Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Antibiotikareduktion

Mehr Tierwohl, weniger Antibiotika

Braune Legehennen in Freilandhaltung
am Donnerstag, 05.03.2020 - 11:15 (1 Kommentar)

Experten sind sich einig, dass dank einer verbesserten Tierhaltung weniger Antibiotika eingesetzt werden.

Antibiotikaresistenzen sind nach wie vor ein Problem. Sie stellen die landwirtschaftliche Praxis sowie Ärzte und Behörden vor große Herausforderungen. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Verbesserungen in der Tierhaltung haben laut Experten dazu geführt, dass weniger Antibiotika in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Auf der One-Health-Tagung unter dem Motto "Antibiotika-Anwendungssituation 2020: Mensch - Tier - Umwelt" am 11. März 2020 an der Universität in Vechta geht es um diese Erfolge und wie die Antibiotikagabe weiter reduziert werden kann. Über 100 Experten aus der Tier- und Humanmedizin tauschen sich dort aus.

2014 lag die Antibiotikaabgabe noch bei rund 1.700 t, vier Jahre später waren es nur noch etwas mehr als 700 t, sagte Sabine Kurlbaum, die beim Niedersächsischem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) für die Tierarzneiüberwachung zuständig ist. In allen Bereichen sei also unter Berufung auf das Bundeslandwirtschaftsministerium die Antibiotikagabe reduziert worden.

Null Antibiotika wird es in Tierhaltung nicht geben

Prof. Thomas Blaha von der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagt, dass Deutschland in den vergangenen Jahren gut auf die Problematik der Resistenzbildung durch Antibiotika reagiert habe. Auf Null lasse sich der Einsatz in der Tierhaltung aber nicht bringen.

Zu den Maßnahmen, die zur besseren Tiergesundheit und damit zum Verzicht von Antibiotika beigetragen haben, gehöre etwa die Verbesserung des Stallklimas, so Geflügelfachtierarzt Thorsten Arnold. "Moderne Lüftungsanlagen zahlen sich immer aus."

Allerdings seien entsprechende Umbaugenehmigungen für Landwirte oft schwer zu bekommen. Aber auch eine Verlängerung der Mastdauer wirke sich positiv auf die Tiergesundheit aus. Es sei jedoch schwierig, diese für die Verbraucher spürbar teureren Tiere auch zu vermarkten.

Mit Material von Universität Vechta, dpa

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...