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Geflügel

Mexico: Vogelgrippe bremst Eierproduktion

von , am
24.07.2012

In Mexico grassiert seit Mitte Juni die Vogelgrippe. 3,8 Millionen Hühner wurden bisher gekeult. Aufgrund der Angebotsengpässe, setzt Mexico jetzt den Einfuhrzoll aus.

H5N1: 38.000 Legehennen eines niedersächsischen Betriebs sind betroffen. © Sven Brentrup/aboutpixel.de
Der Ausbruch der Vogelgrippe im mexikanischen Bundesstaat Jalisco Mitte Juni hat für die dortige Eier- und Geflügelbranche gravierende Konsequenzen. Wie die Nationale Gesundheitsbehörde (SENASICA) mitteilte, wurden bisher 3,8 Millionen Hühner gekeult und 90 Millionen Impfungen vorbereitet. Die bisherigen Verluste für die Branche werden auf 50 Millionen US-Dollar (41 Mio Euro) geschätzt.
 
Der Ausbruch wurde laut eines Berichtes des US-Landwirtschaftsministeriums der Ausbruch offiziell am 21. Juni der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gemeldet. Bis jetzt wurde das Virus vom Typ H7N3 auf 33 von 253 untersuchten Geflügelfarmen in Jalisco gefunden. Der betroffene Bundesstaat im Westen ist nationalen Statistiken zufolge die mit Abstand wichtigste Geflügelregion Mexikos. Der Ausbruch der Seuche hat am mexikanischen Eiermarkt zu einer spürbaren Verknappung des Angebots und nahezu einer Verdopplung der Eierpreise im Einzelhandel von Mexiko City geführt.

Mexico senkt Einfuhrzollsatz

Um Engpässe am Markt zu vermeiden, die Preise stabil zu halten und den Exportverpflichtungen nachzukommen, hat die mexikanische Regierung am 6. Juli beschlossen, den bisherigen Einfuhrzollsatz für Konsumeier von 45 Prozent im Rahmen eines außerordentlichen Importkontingentes von 221.000 Tonnen auf Null zu setzen. Das Kontingent kann von Lieferanten in Polen, China, der Türkei und der Ukraine in Anspruch genommen werden.
 
Dem Washingtoner Agrarressort zufolge wird in der mexikanischen Eierbranche jedoch eine marktentlastende Wirkung dieser Maßnahme bezweifelt. Potentielle Lieferländer lägen geographisch weit entfernt. Polen und die Ukraine hätten gegenwärtig gute alternative Vermarktungsbedingungen in der EU und würden dort relativ hohe Preise erzielen. Zwar wären vermehrte Eierlieferungen der USA, die durch das NAFTA-Abkommen begünstigt seien, eine Alternative; allerdings stoße dies auf Schwierigkeiten, da es in Mexiko an Kapazitäten in der Kühlkette mangle.

Die Eiererzeugung sinkt erheblich

Die Krise wird nach Einschätzung von Marktexperten bis weit in das Jahr 2013 hinein negativ zu spüren sein. Das US-Landwirtschaftsministerium hat deshalb seine Prognose für die Eiererzeugung in Mexiko deutlich nach unten revidiert. Für das kommende Jahr wird nur noch mit einer Erzeugung in Höhe von 2,3 Mio. Tonnen gerechnet; das wären 10,5 Prozent weniger als 2012. Der Export von Eiern, der sich 2011 mit mehr als 250.000 Tonnen auf rund 11 Prozent der heimischen Produktion belief, dürfte durch die Angebotsverknappung ebenfalls beeinträchtigt werden. Gegenwärtig werde über Exportrestriktionen spekuliert, berichtete das US-Ministerium.
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