Login
Geflügel

Meyer: Ende des Schnabelkürzens kommt

von , am
11.07.2013

Hannover - Das routinemäßige Schnabelkürzen soll im Jahr 2016 beendet sein. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Meyer will Mindestanforderungen an die Junghennenhaltung auch auf Bundes- und EU-Ebene.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer will das Nährstoffkataster durchsetzen. © GRÜNE
Das Schnabelkürzen bei Legehennen wird in Niedersachsen zum Auslaufmodell. „Wenn ein Land wie Österreich den Ausstieg aus dieser Amputation schafft, muss das auch bei uns möglich sein", sagte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer zu Beginn dieser Woche vor Journalisten in Hannover. "Das Ende des Schnabelkürzens kommt verbindlich 2016, wie im Tierschutzplan vorgesehen", bekräftigte Meyer im Anschluss an eine zweitägige Delegationsreise nach Österreich.

Österreich als Vorbild

Kannibalismus und Federpicken unter den Legehennen, die durch das Schnabelkürzen eigentlich verhindert werden sollen, "werden dadurch nicht gestoppt, nur das Ausmaß der Verletzungen wird gemildert". Österreich zeige, dass bei gutem Management und wissenschaftlicher Betreuung die Sterberate und die Verletzungen sogar zurückgingen, während die Wirtschaftlichkeit steige. So sei die Zahl der Legehennen und der Anteil am Markt nach dem in Österreich von 2002 bis 2005 erfolgten Ausstieg sogar gestiegen, während er hierzulande sank. Neben Legehennenhaltern aus Niedersachsen hatten auch Wissenschaftler sowie Vertreter aus Handel und Geflügelwirtschaft den Minister begleitet.

Anreize und Überzeugungsarbeit für den Ausstieg aus der Schnabelamputation

Meyer strebt nach eigenen Worten einen mehrstufigen Ausstieg nach dem Modell Österreichs an. "Damit wird ein zentraler Punkt im Tierschutzplan Niedersachsens umgesetzt." Der von der Vorgängerregierung festgelegte Ausstiegstermin 2016 stehe für ihn fest. "Ich setze dabei wie in Österreich auf einen Konsens zwischen Landwirtschaft, Handel, Verbraucherschutz- und Tierschutzverbänden sowie den Wissenschaftlern", sagte Meyer. Hoffnung mache ihm, "dass es bereits positive Signale seitens des Handels und der Geflügelwirtschaft in Niedersachsen gibt". Meyer kündigte "Anreize und Überzeugungsarbeit" an, um den Ausstieg aus der Schnabelamputation einzuleiten.

Meyer kündigt Bundesratsinitiative an

Damit bundes- und schließlich auch EU-weit das Ende des routinemäßigen Schnabelkürzens auf breiterem Fundament steht, kündigte Meyer noch in diesem Jahr eine Bundesratsinitiative an. Sie soll Mindestanforderungen an die Junghennenhaltung festlegen. Weder auf Bundes- noch auf EU-Ebene existieren derzeit konkrete Vorgaben für die Aufzuchtphase von Hennen. "Das ist jedoch ein wesentlicher Schlüssel für das gesamte Legehennen-Management und damit auch für den Verzicht auf die Amputation sowie zum Schutz der Tiere vor Verletzungen", sagte Meyer. Kriterien seien etwa die Festlegung einer Besatzdichte, das Angebot an Sitzstangen, ein gutes Stallklima und tiergerechte Einstreu. "Was die Junghenne nicht lernt, lernt die Legehenne nimmermehr", sagte Meyer.
Auch interessant