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Geflügel

Monitoring soll Antibiotika-Einsatz minimieren

von , am
11.07.2012

Schwerin - Im Zuge der öffentlichen Diskussion um den Antibiotika-Einsatz in Mastbetrieben hat Mecklenburg-Vorpommern konkrete Vorgaben zur Minimierung des Antibiotika-Einsatzes bei Masthühnern ausgearbeitet.

Hähnchenmast: Niedersächsischen Mäster bevorzugen Mittellangmast oder Schwermast. © Mühlhausen/landpixel
Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz stellte in Schwerin die Ergebnisse einer Untersuchung in Masthähnchen-Betrieben sowie Maßnahmen zum weiteren Vorgehen vor. Ziel der Studie war es, nicht nur den Arzneimittelverbauch zu dokumentieren, sondern die Ursachen für den Einsatz von Antibiotika zu erkennen – und diesen künftig zu minimieren.

Antibiotika Monitoring soll für Aufklärung sorgen

Am 30. November 2011 hatte der Minister eine Strategiegruppe einberufen, in der Mäster, bestandsbetreuende Tierärzte, Vertreter der Mastgemeinschaften, die Landestierärztekammer, des Bauernverbandes, Behördenvertreter und Vertreter aus dem Tierschutzbeirat das Problem beraten und Lösungsvorschläge erarbeiten sollten. Dazu gehört auch das Antibiotika-Monitoring. Das Konzept sah eine ganzheitliche Daten-Erhebung zur Bewertung des Antibiotika-Einsatzes vor. Neben der Dokumentation der Arzneimittel-Anwendung wurden auch Daten z.B. zur Küken-Gesundheit erfasst und zueinander in Relation gesetzt.
 
Die Erhebung erfolgte in knapp 50 Prozent der Masthühnerhaltungen mit über 500 Mastplätzen (47 Betriebe):
  • 80,9 Prozent waren konventionelle,
  • 19,1 Prozent nach Biokriterien produzierende Betriebe 
Die Betriebsgrößen lagen zwischen 20.000 und 800.000 Mastplätzen in konventionellen und 2.000 bis 14.400 Mastplätzen im Biobereich.
 
Durchgeführt wurden Erhebungen im Februar und März durch den Fachdienst Tierarzneimittelüberwachung des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei im Rahmen arzneimittelrechtlicher Kontrollen. In den Betrieben wurden 209 Durchgänge ausgewertet.
 

Kein Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Anzahl der Behandlungen

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Betriebsgröße und Anzahl der Behandlungen. Die Dauer der Behandlungen liegt im konventionellen Bereich zu etwa 75 Prozent bei zwei bis drei Tagen, im Bio-Bereich bei gut 50 Prozent der Behandlungen bei vier bis sechs Tagen. Hier ist die Anzahl der Behandlungen allerdings geringer.
35 Prozent der Behandlungen fanden in den ersten sieben Tagen eines Durchgangs statt. Nur fünf Prozent der konventionellen Betriebe kamen ohne eine Antibiotika-Behandlung aus.
 
Monitoring wird auf die Schweinehaltung ausgeweitet
 
"Die bei uns tätigen Mästergemeinschaften sind schriftlich aufgefordert worden, ihr jeweils spezifisches Minimierungskonzept bis zum 1. Oktober dem Ministerium vorzulegen." Dabei wird in einem ersten Schritt der Komplex "Kükengesundheit" im Vordergrund stehen. "Hier geht es darum, von der Eiererzeugung im Elterntierbetrieb über die Brütereien bis zum Mastbetrieb möglichst hohe Qualitätsstandards belegbar und nachweislich einzuhalten", betonte Backhaus.
 
Zur Minimierung des Antibiotika-Einsatzes gehörten nicht nur ein ständiger Dialog sondern auch effektive Kontrollen. "Für Mecklenburg-Vorpommer werden wir dieses mit allem Nachdruck angehen", sagte der Minister. Das Monitoring werde zudem auf weitere Bereiche der landwirtschaftlichen Tierhaltung, z.B. die Schweinehaltung ausgeweitet. Eine Auswertung von Daten aus Putenhaltungen läuft derzeit.


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