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Nachhaltigkeit

Neues Fütterungskonzept reduziert Nitrat und Sojaeinsatz

Toennies-Illustration
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Jana Dahlke, agrarheute
am
16.01.2019

30 Prozent weniger Nitrat und bis zu 50 Prozent weniger Sojaeinsatz im Futter. Das verspricht ein neues Fütterungskonzept aus NRW.

Josef Bunger, Fütterungsberater der Landwirtschaftskammer NRW, hat ein neues Fütterungskonzept entwickelt für eine nachhaltige Landwirtschaft. Damit fällt bis zu 30 Prozent weniger Stickstoff an und gleichzeitig kann der Sojaeinsatz um bis zu 50 Prozent reduziert werden, teilte die Tönnies Holding ApS & CO. KG in einer Pressemeldung mit. Gemeinsam mit Lieferanten will sich die Tönnies Gruppe als erster deutscher Produzent am neuen Fütterungskonzept orientieren.

Der geringere Stickstoffanteil sei möglich, indem das Konzept die N-Ausscheidungen der Nutztiere über die Gülle senkt. Dadurch soll es auch letztendlich dem Grundwasser dienen. Zudem würde die Reduktion der Ammoniakemmissinen aus der Landwirtschaft zum Klimaschutz beitragen.

Weniger Soja im Futter

Ein weiteres Ziel des Fütterungskonzepts ist der Sojaanteil im Futter. Ziel sei es, den Sojaanteil im Ferkel- und Vormastfutter etwa zu halbieren, in der Endmast könnte unter bestimmten Umständen komplett darauf verzichtet werden. Dadurch sei eine Reduktion des Sojaanteils in der gesamten Mast um über 50 Prozent zumindest möglich. Bei einer breiten Umsetzung in der Landwirtschaft ließe sich der Sojaimport aus Übersee um 1,75 Mio. Tonnen pro Jahr reduzieren.

Um bei der Sojaschroteinsparung dennoch den Aminosäurebedarf des Tieres decken zu können, soll ein Maßnahmenpaket die Ergänzungs- und Mineralfuttermittel in ihrer Zusammensetzung verändern. Insbesondere freie Aminosäuren sollen hierbei zur Ergänzung verwendet werden und dem Tier zu 100 Prozent zur Verfügung stehen.

Tönnies will sich am neuen Fütterungskonzept orientieren

Die Umsetzung dieses Konzepts fand unter anderem auf landwirtschaftlichen Lieferbetrieben der Firma Tönnies statt. Die Schlachtausbeuten wurden bei dem Unternehmen laufend überprüft und kontrolliert. Die Ergebnisse überzeugten die Firma Tönnies, das neuartige Fütterungskonzept nun bei ihren Vertragspartnern zu forcieren. In diesem Rahmen wird es als "TONISO"-Fütterung (tieroptimiertes-, nitrat- und soja-reduziertes Fütterungskonzept) bezeichnet.

Zurzeit werden mehrere tausend Schweine pro Woche in Rheda-Wiedenbrück angeliefert, die bereits nach dem Fütterungskonzept gemästet worden sind. Diese Zahl soll nun kontinuierlich steigen.

Mit Material von Tönnies Holding ApS & CO. KG, Presseportal
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