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Geflügel

Neuseeland: Späteres Käfigverbot für Legehennen

von , am
26.06.2013

Wellington - In Neuseeland sollen die Übergangsfristen bis zum endgültigen Verbot der klassischen Produktion von Käfigeiern am 31. Dezember 2022 verlängert werden.

Deutschland fördert den Export von Käfighaltungssystemen mit Steuergeldern. © www.landpixel.de
Laut Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums schlägt der zuständige nationale Tierschutzausschuss vor, den Betreibern von älteren Anlagen zwei Jahre mehr Zeit für die Umrüstung auf tierartgerechtere Haltungen in Kleingruppen oder durch Boden- beziehungsweise Freilandhaltungssysteme zu gewähren.
 
Konventionelle Käfige, die vor dem Jahr 2000 errichtet wurden, müssen demnach bis zum 31. Dezember 2018 ersetzt werden; bei Anlagen mit einem Baujahr vor 2002 läuft die Frist am 31. Dezember 2020 aus. Ursprünglich war geplant, die konventionelle Legehennenhaltung in älteren Batteriekäfigen bereits Ende 2016 beziehungsweise 2018 zu untersagen, bevor sie Ende 2022 - wie auch bisher schon geplant - generell verboten wird.

Werden Eier knapp?

Der Tierschutzausschuss reagiert mit den geplanten verlängerten Umrüstfristen nach eigenen Angaben auf unabhängige Untersuchungsergebnisse, die bei einer zu schnellen Einführung der strengeren Haltungsvorschriften ein stark rückläufiges Eierangebot und deutlich höhere Preise in Neuseeland prognostiziert hatten. "Dies wird Eier als hochwertige Proteinquelle für die ärmeren Bevölkerungsschichten weniger erschwinglich machen", warnte der Vorsitzende des staatlichen Tierschutzausschusses, Dr. John Hellström.

Scharfe Kritik der Tierschützer

Tierschützer kritisierten hingegen die Pläne und warfen der Kommission vor, die Interessen der Eierindustrie stärker als die der Tiere zu berücksichtigen. Die Partei der Grünen in Neuseeland warf der Kommission und dem Landwirtschaftsministerium gar Verbrauchertäuschung vor, da lediglich konventionelle Batterieanlagen durch Gruppenkäfige ersetzt würden und es daher auch nach 2022 noch Käfigeier geben werde.
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