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Geflügel

Niederlande: Schnabelkürzen ab 2018 verboten?

von , am
25.06.2013

Den Haag - Niederländische Geflügelhalter müssen sich drei Jahre früher als geplant auf ein strengeres Tierschutzgesetz einstellen. Dementsprechende Pläne der Regierung wurden kürzlich bekannt.

EU-Marktanalysten sehen nur noch bei Geflügelfleisch eine Zunahme der Produktion. © Mühlhausen/landpixel
Für die niederländischen Geflügelhalter soll drei Jahre eher als bislang geplant ein strengeres Tierschutzgesetz gelten. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das die für Landwirtschaft zuständige Staatssekretärin im Haager Wirtschaftsministerium, Sharon Dijksma, an die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments gerichtet hat.
 
Unter anderem soll das Schnabelkürzen zur Vorbeugung des Federpickens bei Hennen, Hähnen und Puten bereits ab 2018 verboten werden, um das Tierwohl von jährlich rund 56 Millionen Tieren möglichst schnell zu verbessern.

Niederlande will neuen Regeln EU-weit durchsetzen

Ursprünglich sollte diese Regelung erst 2021 in Kraft treten. Eine noch frühere Verschärfung des Tierschutzgesetzes sei allerdings nicht möglich, weil das Verletzungsrisiko der Tiere durch das Federpicken zu groß sei, erläuterte die Staatssekretärin. Der Geflügelsektor brauche Zeit, um hierfür mit Blick auf die Haltungsbedingungen und das Management vorbeugende Lösungen zu entwickeln. Außerdem brauche die Zucht von "sozialeren" Tieren Zeit.
 
"Ein früheres Verbot würde zu einem Blutbad in den Ställen führten", warnte Dijksma. Außerdem kündigte die Staatsekretärin an, sich dafür einzusetzen, dass entsprechende Regeln EU-weit eingeführt werden. Auf diese Weise wolle sie vermeiden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der niederländischen Geflügelbranche gegenüber Konkurrenten in Ländern mit weniger strengen Gesetzen beeinträchtigt werde.

Hühnerstall auf vier Rädern

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