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Wolfsmanagement

Niedersachsen: Ministerium gibt drei Wölfe zum Abschuss frei

Drei Wölfe
am Mittwoch, 08.04.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Genehmigung erfolgt zum Schutz der extensiven Weidetierhaltung nach wiederholten Nutztierrissen. Besonders Angriffe auf Schafe häuften sich.

Nach wiederholten Nutztierrissen in der Region Uelzen hat das Land gemeinsam mit dem dortigen Landkreis eine Ausnahmegenehmigung vom strengen Schutz des Wolfes gemäß Bundesnaturschutzgesetz geprüft, teilte das Niedersächsische Umweltministerium mit.
Die Fachleute aus dem Umweltministerium haben den Sachverhalt unter Berücksichtigung auch der überregionalen Populationsentwicklung eingehend bewertet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausnahme für je einen Wolf des Rudels Eschede sowie Ebstorf erforderlich ist, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Umweltminister Olaf Lies: „Die extensive Weidetierhaltung ist in Niedersachen ein nicht wegzudenkender Teil unserer Kulturlandschaft. Schafe pflegen für uns Naturschutzflächen und Deiche und das soll auch so bleiben. Die Schäfer haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, ihre Herden vor Wolfsangriffen zu schützen. Das Land unterstützt sie dabei nach Kräften. Wo aber Wölfe selbst diese Schutzmaßnahmen überwinden, dürfen wir die Weidetierhalter nicht im Stich lassen. Auch Wölfe sollen in Niedersachsen leben, doch dafür darf die Akzeptanz in der Gesellschaft nicht kippen.“

Hintergrund der Abschussgenehmigung: Zahlreiche Schafrisse

Laut Aussage des Ministeriums waren beide Tiere aus dem Landkreis Uelzen mehrfach an Rissen von ausreichend geschützten Nutztieren beteiligt. Die Territorien der beiden Rudel grenzen aneinander, überschneiden sich jedoch nicht. Der aktuellste Fall soll sich unmittelbar nach Erteilung der Genehmigung ereignet haben. Das hätten DNA-Analysen ergeben, so eine Sprecherin. Auch die Wölfin aus Herzlake soll mehrfach Nutztiere gerissen und Schutzzäune überwunden haben.

Die Abschussgenehmigung gilt nach Angaben des Ministeriums bis zum 30. Juni 2020. Im Fall der Wölfin aus dem Escheder Rudel soll der Vollzug vom 15. April bis 15. Mai 2020 aus Tierschutzgründen ausgesetzt werden, um die Versorgung möglicher in diesem Frühjahr geborener Welpen sicherzustellen.

Mit Material von Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz

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