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Geflügel

Noch Potential für die deutsche Geflügelfleischerzeugung

von , am
11.11.2010

Stuttgart - Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch wird sich nach vorläufigen Berechnungen der MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) auf 1,57 Millionen Tonnen belaufen, das wären 10 Prozent mehr als 2009.

© Svenja/Fotolia

Dennoch bleibt das Einfuhrvolumen hoch. In den ersten acht Monaten 2010 standen den Einfuhren von 273.400 Tonnen Geflügelfleisch (Produktgewicht, ohne Zubereitungen und gesalzenes Fleisch) Ausfuhren von 262.277 Tonnen gegenüber. Damit wuchsen der Import im Vorjahresvergleich um 20 Prozent und der Export um neun Prozent. Sowohl auf Import als auch auf Exportseite lagen dem Zuwachs insbesondere verstärkte Handelsbeziehungen mit anderen EU-Staaten zu Grunde.

Bezogen auf den Pro-Kopf-Verbrauch nähert sich Deutschland erst langsam dem EU-Mittel. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch in der EU dürfte sich nach Berechnung der EU-Kommission in diesem Jahr auf 23,1 Kilogramm belaufen, das wären 0,2 Kilogramm pro Kopf weniger als 2009.

EU-Verbrauch weiter verfehlt 

Trotz der in den vergangenen Jahren dynamischen Entwicklung in Deutschland, hinkt der der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande dem EU-Schnitt noch hinterher. Für 2010 rechnet die MEG derzeit mit einem Verbrauch  von 19,0 Kilogramm pro Kopf, das wären 400 Gramm mehr als es die vorläufige Berechnung für 2009 ausweist. Der Verbrauch von Geflügelfleisch in Deutschland läge also noch etwa vier Kilogramm unter dem Verbrauch im EU-Schnitt. Unter der Voraussetzung, dass sich das mittlere Wachstum der ablaufenden Dekade fortsetzt, würde Deutschland noch etwa zehn Jahre benötigen um an das EU-Niveau anzuschließen.

Geflügelfleisch ist auf dem Vormarsch

Pro-Kopf-Verbräuche von 30 oder gar 40 Kilogramm, wie sie in den USA oder Südamerika vorkommen, sind in Deutschland, mit seiner starken Tradition des Schweinefleischverbrauchs, auch längerfristig nicht zu erreichen. Dass eine allmähliche Änderung der Verbrauchsgewohnheiten und eine Annäherung an das EU-Niveau durchaus möglich sind, zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre. So wurde bis 1997 in Deutschland noch mehr Rind- als Geflügelfleisch pro Kopf verbraucht. 2009 wurde der Rindfleischkonsum dagegen bereits um 50 Prozent übertroffen.

Frische-Ware dominiert

Die deutschen Geflügel-Schlachtereien produzieren hauptsächlich Frischware. Die seit 1. Mai 2010 geltende Änderung der Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch, nachdem als Frischware nur diese Produkte bezeichnet werden dürfen, die zuvor zu keinem Zeitpunkt gefroren waren, dürfte den Trend zur Produktion von Frischware noch verstärkt haben. Damit orientiert man sich auch an den Verbraucherprioritäten. Im Bereich der frischen Teile waren die deutlichsten Zunahmen zu verzeichnen.

Weiteres Wachstumspotential

Die Haushaltskäufe von frischen Hähnchenteilen legten laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in den ersten drei Quartalen um 7,4 Prozent gegenüber 2009 zu. Auf frische Teile entfielen damit bereits über 60 Prozent der Haushaltskäufe von Hähnchenfleisch. Am Putenmarkt machen frische Teile sogar 94 Prozent der Käufe aus. Die Bevorzugung frischer Ware eröffnet den deutschen Produzenten weiteres Wachstumspotential. (pd)

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