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Schleswig-Holstein

Notfallplan für Gülle: Landwirte dürfen provisorische Lager bauen

Offenes Güllelager
SYMBOLBILD © ah/agrarfoto.com
von , am
07.12.2017

Durch die anhaltende Nässe stehen die Landwirte Schleswig-Holsteins vor einer akuten Problemsituation bei der Güllelagerung. Nun wurde ein Notfallplan beschlossen.

Durch die anhaltenden Niederschläge in den letzten Wochen und Monaten werden die Landwirte in Schleswig-Holstein ihre Gülle nur noch schwer los. Seit Mitte Oktober sind Äcker und Grünland nicht oder kaum befahrbar, berichtet die shz. Somit konnten Gülle und Gärrückstände aus Biogasanlagen vor den Sperrzeiten nicht ausgebracht werden.

Nun werden die Lagerkapazitäten allmählich knapp und die Landwirte steuern auf eine akute Lagerungsnot bei der Gülle zu.  

Volle Gülletanks: Besondere Ausnahmesituation

Wie Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck am Dienstag laut shz mitteilte, bestehe eine besondere Ausnahmesituation, die die Landwirte belastet und zu akuter Gefahr für die Umwelt werden kann, wenn Güllebehälter überlaufen. "Um Abhilfe zu schaffen, dürfen Bauern aber auf Antrag per Notfallgenehmigung provisorische Güllelager errichten", so Habeck weiter.

Zu diesem Schluss war er nach einem Krisengipfel mit dem Bauernverband, dem Bund Deutscher Milchviehhalter, Lohnunternehmern, Maschinenringen, den Wasserbehörden, der Landwirtschaftskammer und anderen Akteuren gekommen.

Strenge Auflagen: Erdlager für Gülle

Habeck verwies laut shz außerdem auf die damit verbundenen "strengen Auflagen". Es müsse sichergestellt sein, dass Grundwasser und Oberflächengewässer geschützt sind, unter anderem über Spezialfolien. Pläne müssten mit Wasserbehörden abgestimmt und die provisorischen Erdlager innerhalb von sechs Monaten wieder zurückgebaut werden, erklärte Habeck weiter. Wer eine Genehmigung erhalte, müsse dazu im Laufe des Jahres nachweisen, dass seine Kapazitäten nächsten Winter ausreichen.

Nachholbedarf: Intensive Tierhaltung und Biogaserzeugung

Für die Zukunft mahnte Habeck laut Agra Europe (AgE) mehr Lagerkapazität an. Es bestehe gerade in Gegenden mit intensiver Tierhaltung und viel Biogaserzeugung "dringender Nachholbedarf". Die Landwirtschaft stehe vielleicht schneller als gedacht vor einem großen Anpassungsbedarf aufgrund des Klimawandels, so der Grünen-Politiker.

Kein Förderprogramm zur Erhöhung der Lagerkapazitäten

Wie Herzogtum Direkt berichtet, hat das Land bereits 2013 die Erhöhung von Lagerkapazitäten mit rund zwei Millionen Euro gefördert und es wurden zusätzliche Kapazitäten von 250.000 m³ bewilligt. Etwa 100 Betriebe profitierten damals von dem Förderung und konnten ihre Kapazitäten aufstocken.

"Damit haben wir bereits dem Ausbau einen Schub gegeben. Nun muss sich Landwirtschaft eigenverantwortlich stellen", sagte Habeck laut Herzogtum Direkt.

Die intensive Tierhaltung stößt an Grenzen

Habeck gab darüber hinaus zu bedenken, dass das Land in diesem Winter nur die Folge, nicht die Ursache eines Grundproblems bekämpfe: "Die intensive Tierhaltung stößt vor allem auf dem Geestrücken an Grenzen. Wir haben dort zu viel Gülle und Gärrückstände auf zu wenig Fläche. Wir brauchen dringend eine Strategie, die Landwirten gutes Einkommen sichert, ohne auf immer mehr Tiere und immer mehr Leistung zu setzen."

Mit Material von Shz, AgE, Herzogtum Direkt

Das Gülle-Unikat: Besuch beim weißen Xerion

Weißer Xerion mit Güllefass von LU Möllenkotte
Mit so viel Aufmerksamkeit hätte Bernd Möllenkotte vom LU Möllenkotte wohl nicht gerechnet, als er das weiße Xerion-Gespann erstmalig einsetzte. Mittlerweile ist der weiße Xerion eine echte Berühmtheit.  © Möllenkotte
Weißer Xerion mit Güllefass von LU Möllenkotte
Ziemlich bullig mutet der Xerion mit seinem Saugarm von vorne an. Kein Wunder, dass er zum Fan-Magnet wurde. © Kampschulte
Weißer Xerion mit Güllefass von LU Möllenkotte
Das weiße Xerion-Gespann wurde zunächst kritisch beäugt. Der Xerion 4000 ist in Kombination mit einem 28 m³-Krude-Schwanenhalsfass und einem 12-reihigen Becker-Einzelkornsägerät in Mulchsaatausführung dieses Jahr erstmalig im Einsatz. © Möllenkotte
Zubringerfass und weißer Xerion mit Saugarm
Der Zubringer beim Maislegen fasst nur 14 m³, um den bearbeiteten Acker zu schützen. Der Arm überbrückt bis zu 7 m und schafft die Befüllung von 14 m³ in unter 90 Sekunden.  © Kampschulte
Becker-Maisdrille
Das Verfahren mit der Maislege hinter dem Fass wird bereits seit vier Jahren angewendet, zuvor lief es allerdings hinter einem Zunhammer-Fass. Die 12-reihige Becker-Maisdrille läuft in Mulchsaatausführung zur Gülle-Unterfußdüngung. © Kampschulte
Weißer Xerion mit Güllefass von LU Möllenkotte
Natürlich ist so ein weißes Xerion-Gespann mit außergewöhnlicher Technik immer auch ein bisschen Selbstmarketing. Das sieht auch Bernd Möllenkotte so: "Wir wollten uns mit der Investition auf die neue Dünge-VO einstellen und unseren Beitrag zur besseren Nährstoffeffizienz leisten. Und natürlich muss man auch ein bisschen verrückt sein." © Kampschulte
John Deere Traktor mit Ballenpresse
Natürlich gehören auch klassische Arbeiten zum Portfolio des Lohnunternehmens Möllenkotte, wie Ballenpressen ... © Möllenkotte
Lkw des LU Möllenkotte
... der Transport von landwirtschaftlichen Gütern, ... © Möllenkotte
Lexion des LU Möllenkotte
... oder Mähdrescher. Aber auch fehlt das Marketing nicht: Vergangenes Jahr hilte Möllenkotte seine Mähdrescherflotte im Video fest. Sieben Claas-Lexion und vorneweg der Seniorchef auf einem Claas Columbus aus dem Jahr 1956. © Möllenkotte
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