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Geflügel

Notierungen der MEG sorgen für Unmut

von , am
23.04.2010

Eppingen - Man könnte meinen, die Eierpreise halten es mit den europäischen Fluggesellschaften: Zuerst lag der Markt am Boden, gegen Mitte der Woche gingen die Preise dann auf "Sichtflug".

© agrar-portal.com

Eier:
Eierpreise weiter im Tiefflug

Obwohl die Osterferien bundesweit beendet sind, waren die Umsätze im LEH und auf den Wochenmärkten deutschlandweit bescheiden. Einzig die Gewichtsklasse XL blieb vom Kahlschlag verschont, egal welche Haltungsform. Alle anderen Preise kamen mächtig unter Druck.

Wie bereits letzte Woche erwähnt, ist die aktuelle Marktentwicklung nichts ungewöhnliches. Nach Ostern sind schon immer "zu viele" Eier am Markt, bis sich die Kanäle finden, an welche die Eier dann ausgeliefert werden können, dauert es seine Zeit. Wahrscheinlich sind alle Marktbeteiligten vom Geschehen des letzten halben Jahres zu sehr verwöhnt, aber eigentlich war es logisch, dass die exorbitant hohen Preise der Vergangenheit ein jähes Ende haben werden. Die Normalität ist wohl zurück gekehrt im Eierhandel beziehungsweise der Eiererzeugung.

Notierungen entsprechen nicht dem reellen Marktgeschehen

Für erheblichen Unmut seitens der deutschen Erzeuger sorgt seit einigen Monaten die Notierung der früheren ZMP, heute MEG Bodenhaltungspreisfeststellung. Zum Jahresende 2009/2010 und den Wochen danach waren auf dem freien Markt keine Bodenhaltungseier unter 17 Cent zu bekommen (meist sogar noch teuerer!). Trotzdem notierte die MEG als höchsten Preis der Gewichtsklasse L 14,55 Cent/Ei in der KW 09/2010.

Das Fass zum überlaufen brachte die MEG Notierung in der vergangenen Woche, als die L-Bodenhaltungseier gleich notierten wie die Käfigeier der Weser-Ems Notierung. Auf Nachfrage meinerseits, wie denn die Notierung zustande kommt, erhielt ich leider nur unbefriedigende Antworten. Nach meiner Anfrage notierte die MEG-Notierung diese Woche komischerweise nur leicht schwächer im Vergleich zur Vorwoche – und das entspricht nicht dem reellen Marktgeschehen.

 

Geflügel:
Steigende Umsätze mit Geflügelfleisch

Geflügelfleisch wird saisonal flott nachgefragt. Im Vordergrund des Interesses stehen frische Geflügelteile. Im Rahmen der beginnenden Grill- und Spargelsaison wird insbesondere Brustfleisch von Hähnchen und Puten lebhaft gefragt. Mit Blick auf das für das bevorstehende Wochenende vorausgesagte sommerliche Wetter dürfte sich diese Tendenz kurzfristig noch verstärken.

Am Hähnchenmarkt macht sich die zunehmende Nachfrage nun auch in steigenden Preisen bemerkbar. Für frische Hähnchenteile zogen die Schlachtereiabgabepreise durchweg an. Auch auf Erzeugerebene wurden höhere Preise vereinbart.

Am Putenmarkt fand die erhoffte Trendwende statt

Die Preistendenz ist auch hier nach oben gerichtet. Die Preise für gefrorene Ware tendieren noch uneinheitlich. Grund ist unter anderem das Inkrafttreten der neuen Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch zum 1. Mai 2010. Danach dürfen frische Geflügelfleischerzeugnisse und Geflügelfleischzubereitungen nur aus frischem Geflügelfleisch das zuvor nicht gefroren war, hergestellt werden. Infolge dessen wird derzeit vermehrt gefrorenes Geflügelfleisch angeboten, um die Lagerbestände abzubauen.

 

{BILD:115548:jpg} Georg Heitlinger
Eierproduzent aus dem baden-württembergischen Eppingen, 40.000 Legehennen, davon ca. 12.000 in Freilandhaltung, 28.000 in Bodenhaltung, ca. 90 ha Ackerbau, inkl. Packstelle, analysiert ab sofort wöchentlich für agrarheute.com in Zusammenarbeit mit der EMA, Bonn, die Marktentwicklung bei Eiern und Geflügelmast.

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