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Geflügel

Österreich: 90 Prozent der Eier ohne 'Gen-Soja'

von , am
10.04.2014

Deutsche Geflügelmäster und Eierproduzenten haben angekündigt, nicht mehr auf gv-Soja verzichten zu können. In Österreich stammen hingegen erstmals fast alle Eier aus der Fütterung mit Donau Soja.

Erstmals stammen 90 Prozent der in Österreich angebotenen Eier von Legehennen, die mit Donau-Soja gefütter wurden. © Mühlhausen/landpixel
Bei der Produktion von Eiern gibt es dieses Jahr in Österreich eine Novität: Erstmals stammen fast alle in Österreich angebotenen Eier (90 Prozent) von Legehennen, die mit gentechnikfreiem "Donau Soja" gefüttert wurden.
 
"Europa soll durch einen vermehrten Sojaanbau Eiweiß-unabhängiger werden", erklärt Oberösterreichs Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, selbst Mitinitiator des Donau Soja-Projektes. Das Projekt soll Gentechnikfreiheit in nachhaltigem Anbau sichern und gleichzeitig die Importabhängigkeit verringern. Das Projekt Donau Soja (in vorerst sechs EU-Ländern) umfasst jetzt etwa 435.500 Hektar Anbaufläche und soll längerfristig auf über 1,4 Millionen Hektar gesteigert werden.
Österreich zählt hier in Züchtung und Anbau zu den Soja-Pionieren, hat klimabedingt aber nur geringe Ausdehnungsmöglichkeiten um rund ein Drittel. Für Ungarn wird die achtfache, für Rumänien sogar die zehnfache Anbaufläche prognostiziert. Auch in Deutschland, insbesondere in Bayern, steigt das Interesse für die Kultur.

Donau-Soja kostet zehn Prozent mehr

Der Ei-Absatz läuft zufriedenstellend, erklärt Oberösterreichs Geflügelverbandsobmann Franz Karlhuber, der gleichzeitig die bleibenden Herausforderungen aufzeigt: "Donau Soja hat naturbedingt einen geringeren Rohproteingehalt und seine gesicherte GVO-Freiheit kostet um zehn Prozent mehr als das gentechnisch veränderte Konkurrenzprodukt. Beides muss voll ausgeglichen werden: Den Hühnern in der Futterration, den Bauern im Soja- und Ei-Preis durch die Konsumenten."
 
"Die Futtermittelhersteller haben das durch intensive Entwicklungsarbeit praktisch geschafft; zuletzt auch durch Druck des großen Lebensmittelhandels, der ab 1. November 2013 die Totalumstellung von Übersee-Soja auf 100 Prozent aus dem Donauraum durchgesetzt hat", berichtet Fixkraft-Geschäftsführer Rupert Bauinger aus Sicht der Arbeit der Mischfuttererzeuger.

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