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Eiweißfuttermittel

Ohne-Gentechnik-Trend: Die Nachfrage nach gv-freiem Futter steigt

Sojaschrot verladen
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Katharina Krenn, agrarheute
am
16.11.2016

Der Lebensmitteleinzelhandel plant sein 'Ohne-Gentechnik'-Produktsortiment zu erweitern. Doch wie steht es um die Versorgung mit gv-freien Eiweißfuttermitteln?

gentechnikfreie Sojaschrot-Produktion

Nur etwa 5 Prozent der weltweiten Sojaproduktionsmenge ist gentechnik-frei. Insgesamt wurden 2015 etwa 7 Millionen Tonnen gv-freier Sojaschrot produziert, Europa kommt auf eine Produktion von 2,2, Millionen Tonnen Sojaschrot.  Viel zu wenig für den EU-Bedarf, der laut OVID bei 33 Millionen Tonnen liegt. Der Löwenanteil an gv-freiem Soja kommt aus Brasilien.

Und die Nachfrage nach gv-freier Ware steigt stetig, stellt Rene von der Poel, Manager der Ölsaatenverarbeitungsanlage in Straubing, fest.  Seit Mai dieses Jahres verarbeitet die Straubinger ADM-Anlage auch Sojabohnen. Aber auch die Nachfrage nach Rapsschrot steigt.

Rapsschrotknappheit nach 2020?

Ein Großteil der gentechnikfreien Fütterung erfolgt durch Rapsschrot, vor allem im Milchviehbereich. Der Rapsschrotverbrauch hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Die ölsaatenverarbeitende Industrie warnt in diesem Zusammenhang vor dem Ende der Biokraftstoffverordnung in 2020. Damit werde die Nachfrage und folglich auch die Produktion von Rapsöl sinken. Und das bedeutet gleichzeitig auch weniger Rapsschrot am Markt, prognostiziert Dr. Thomas Schmidt von OVID.

Empfehlung

Deutschland und die EU benötigen ein langfristiges Konzept für die Sicherung der Versorgung mit gv-freien Proteinfuttermitteln. Dies erfordert eine ganzheitliche Betrachtung und dürfe nicht in einseitige „Anti-Soja-Kampagnen“ münden. „Pauschale Forderungen des Lebensmitteleinzelhandels, tierische Produkte mit dem Label „Ohne Gentechnik“ durchzusetzen, müssen stärker an realistische Gegebenheiten genknüpft werden.", so das Fazit der Industrie.

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