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Tierschutz

Panik im Putenstall durch Tierschützeraktion?

Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
10.10.2016

Beim Eindringen in einen Putenstall sind durch die verursachte Panik Tiere zu Tode gekommen. Der Bayerische Bauernverband vermutet dahinter eine Aktion von Tierschutzaktivisten.

Ende September sind in einem Putenstall im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn zwei Putenställe aufgebrochen worden. Der Bayerische Bauernverband vermutet dahinter Tierrechts-Aktivisten, die  das Tor zu einem von zwei Ställen aufgebrochen hatten, um mitten in der Nacht Videoaufnahmen anzufertigen, berichtet der Bayerische Bauernverband.

Insbesondere Puten reagieren sehr sensibel auf Störungen. Die Eindringlinge verursachten eine Panik unter den 650 Tieren. Als der betroffene Landwirt den offenen Dtall gegen 6:30 Uhr bemerkte, waren bereits vier Puten tot. Sie wurden in der Panik erdrückt. Ein Hahn mit gebrochenem Bein musste notgetötet werden. Weitere Hähne waren verletzt und mussten tierärztlich versorgt werden.

Im Gutachten der Tierärztin heißt es: „Ungewohnte Geräusche und/oder plötzlicher Lichteinfall verursachen Panikausbrüche bei den Tieren. Ein Großteil der Tiere läuft in einer panikartigen Fluchtreaktion in eine Richtung, dabei stolpern Tiere und fallen zu Boden. Sie werden von anderen überrannt, erleiden Verletzungen oder werden gar erdrückt.“

Landwirt hat wegen Hausfriedensbruch Anzeige erstattet

Durch die offene Türe gelangte zudem ein Großteil der Puten ins Freie. Als der Einbruch bemerkt wurde, war das Gefieder der Tiere nass. Durch die Nässe und die niedrigen Temperaturen der Nacht waren die Puten unterkühlt.

Bei circa 40 Prozent der Tiere stellte die Tierärztin röchelnde Atemgeräusche fest. Die Puten haben sich wegen des Einbruchs eine handfeste Erkältung eingefangen. Der Landwirt hat nun wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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