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Geflügel

PCB auf Freilaufflächen: Betrieb wieder gesperrt

© reises/fotolia
von , am
24.04.2012

Teilflächen eines Geflügelhofs im Kreis Minden-Lübbecke sind stark mit PCB belastet. Seit Freitag ist deshalb nicht mehr nur dessen biologischer, sondern auch der konventionelle Bereich gesperrt.

So sah die Haltungsform des unter dem Neuland-Siegel verkauften Geflügels offenbar nicht aus. © landpixel
Neueste Untersuchungsergebnisse zeigen hohe PCB-Belastungen auf Teilflächen des Geflügelhofs im Kreis Minden-Lübbecke. Die Messwerte lagen je nach Schadstoff um das fünf- bis 30-Fache über dem üblichen Niveau.
 
Anfang April wurde in Hühnereiern eines Geflügelhalters in Ostwestfalen PCB entdeckt. Der biologisch wirtschaftende Betriebsbereich des Geflügelhalters war bereits gesperrt. Neue Bodenproben haben jetzt gezeigt, dass auch Teilflächen des Freilaufbereichs des konventionell wirtschaftenden Betriebsbereichs stark mit PCB belastet sind - woraufhin auch dieser Bereich am Freitag gesperrt wurde.

Konventioneller und biologisch wirtschaftender Betriebsbereich gesperrt

Bereits bei ersten Untersuchungen hatte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen bei zwei von zehn untersuchten Flächen erhöhte PCB-Gehalte festgestellt. Untersucht wurden damals nach LANUV-Informationen Freilaufflächen des biologisch bewirtschafteten Betriebs.
 
Da damit die Bodenbelastung als Ursache nicht ausgeschlossen werden konnte, wurden weitere Bodenproben - dieses Mal aus Freilaufflächen des konventionell wirtschaftenden Bereichs - entnommen. Die Werte dieser Bodenproben liegen nunmehr vor: Drei Mischproben ergaben in zwei Fällen auffallend hohe Gehalte an PCB (dl-PCB und PCB6). Einzelne Teilflächen im Bereich des konventionell bewirtschafteten Betriebsteils müssen somit als "PCB-belastet" bezeichnet werden. Daraufhin wurde am Freitag auch der konventionelle Bereich gesperrt.
 
Futter, Einstreu und Tränkwasser bislang unauffällig
 
Außerdem zeigen sich Ähnlichkeiten im Belastungsmuster von untersuchten Boden- und Eierproben, berichtet das Landesamt. Ob es hier einen direkten und eindeutigen Zusammenhang gibt, müssten weitere Ermittlungen zeigen.
 
Die bisher vorliegenden Untersuchungsergebnisse des Futtermittels, der Einstreu und des Tränkwassers geben keinen Hinweis auf die Ursache der PCB-Belastung der Eier.
 
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