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Kommentar

PETAS Doppelmoral: Vegan Food Award geht an Discounter

Aldi-Discounter-Filiale
am Mittwoch, 17.06.2020 - 05:00 (2 Kommentare)

Welchen Wert haben Lebensmittel? Diese Frage sollten sich alle stellen.

Ein Preis für besonders innovative und beliebte Produkte. Mit dem „Vegan Food Award“ zeichnet die Tierschutzorganisation PETA vegane Lebensmittel jährlich in 22 Kategorien aus.  

Einen Preis, bei dem man nicht vermuten würde, dass ihn Discounter erhalten könnten. Doch in diesem Jahr erhielt Aldi den Preis für den vegan freundlichsten Supermarkt und Kaufland für die beste vegane Eigenmarke. Genau die Einzelhändler also, die für ihren massiven Preisdruck bei Landwirten und für Billigpreise bei Verbrauchern hinreichend bekannt sind. 

Verbraucher dürfen sich nicht täuschen lassen 

In einer Mitteilung von PETA heißt es dazu: „PETA hat nicht den Anspruch, mit dem Vegan Food Award alle Probleme im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels zu lösen - aber er setzt die richtigen Anreize.“  Aber ist dies der richtige Anreiz? Den Verbrauchern zu vermitteln, das günstige Lebensmittel der richtige Weg in eine nachhaltige Zukunft sind? Der richtige Anreiz für einen Konzern wie Aldi, der während der Corona-Krise Aufsehen damit erregte, die Preise von Wurstwaren zu senken? Da fragt man sich als Landwirt und Verbraucher, wie glaubwürdig kann die Moral einer solchen "Tierschutzorganisation" sein. Dieselbe Organisation, die sich offen zu Stalleinbrüchen bekennt, um vermeintliche Missstände aufzudecken. In Haltungssystemen, die auch wegen des Preisdrucks der Discounter so ausgestaltet sind, dass es für Organisationen wie PETA kritikwürdig ist. Mit dem Preis legitimiert PETA die Discounter so weiter zu machen wie bisher.

Den Bezug komplett verloren

Nur noch rund 1,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind in der "grünen Branche" beschäftigt. Da wundert es nicht, dass Verbraucher nicht mehr wissen, wie viel Arbeit in der Produktion von Lebensmitteln steckt. Hauptsache günstig - und jetzt auch günstig vegan. PETA vermittelt mit der Auszeichnung das Bild, dass es völlig in Ordnung ist, in erster Linie auf einen niedrigen Preis zu achten. Landwirtschaftliche Familien, die sich für ihre Betriebe aufopfern und den Weg in eine Zukunft suchen, sind die Leidtragenden. Laut Bauernverband sinkt der Anteil des Einkommens, der für Lebensmittel ausgegeben wird, immer weiter. Welches ist der richtige Weg für mehr Nachhaltigkeit? Ganz gleich, ob pflanzlich oder tierisch - Lebensmittel an der Ladentheke zu verramschen, ist garantiert der Falsche!  

Mit Material von peta

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