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Geflügel

Polen: Viele Geflügelhalter geben auf

von , am
10.06.2013

Warschau - In Polen stehen zahlreiche Geflügelhalter vor dem Ruin. Der Preissturz am Eiermarkt bringt die Produzenten in Bedrängnis.

Geflügelpest: In den Niederlanden ist erneut ein Legehennebetrieb betroffen. © Big Dutchman
Der Preissturz am europäischen Eiermarkt hat offenbar viele polnische Produzenten an den Rand des Ruins gebracht. Die Situation sei "katastrophal", erklärte vergangene Woche die polnische Kammer der Geflügelhalter. Die Erzeuger sähen sich gezwungen, selbst Hennen, die das Maximum ihrer Legefähigkeit erreicht hätten, aus der Produktion zu nehmen. Seit vielen Wochen reichten die Einnahmen aus dem Verkauf nicht einmal mehr für das Futter, teilte die Kammer mit.
 

Geflügelzüchter ohen Reserven

Laut Kammer haben die Geflügelzüchter auch keine finanziellen Reserven, um die Konjunkturflaute zu überstehen. Dafür seien die von der Europäischen Union erzwungenen Investitionen in "Komfortställe" für die Hühner verantwortlich, die die Produktionskosten um etwa 15 Prozent nach oben getrieben hätten. Zudem müssten die Legehennenhalter Kredite zurückbezahlen, die sie für die Investitionen aufgenommen hätten.

Verbraucher zahlen nicht für tierfreundlich erzeugte Eier

Der Kammervorsitzende Piotr Lisiecki sieht sich in seiner früheren Kritik an dem EU-weiten Verbot nicht ausgestalteter Legehennenkäfige, das Anfang 2012 in Kraft trat, bestätigt. Dieses garantiere den Hühnern "luxuriöse Bedingungen", doch zeige sich nun, dass die Verbraucher entgegen aller Umfragen nicht bereit seien, für tierfreundlich erzeugte Eier auch einen höheren Preis zu zahlen, beklagte Lisiecki. Nach Angaben des Warschauer Landwirtschaftsministeriums fiel der Preis für Eier der Handelsklasse A in Polen zwischen Januar und Mai 2013 um 30 Prozent auf durchschnittlich 0,32 Zl (7,5 Cent) pro Stück.
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