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Geflügel

Praxistipp Hühnerhaltung

von , am
03.11.2009

Westerstede - Ob Großbetrieb, Kleinbauer oder privater Stall hinter dem Haus: Wer 'glückliche' Hühner auf Auslaufflächen hält, muss besondere Vorkehrungen für die Tiergesundheit treffen. Darauf weißt der Tierhaltungsspezialist Dostofarm aus Westerstede hin.

© Dostofarm

Das Problem sei der mit Krankheitserregern durchsetzte Kot einzelner Tiere: Er sammelt sich in der Einstreu und auf der Freifläche. Beim Picken und Scharren nehmen nun auch die gesunden Tiere den Erreger über Magen und Lunge auf. Kokzidiose, eine durch winzige Parasiten verursachte und oft tödliche Darmerkrankung, verbreitet sich dadurch rasant. Ebenso bakterielle Erkrankungen, allen voran Escherichia Coli (kurz E.Coli), erkennbar an vielfältigen Entzündungen und Frühsterblichkeit.

Dem Wurmbefall sind speziell Legehennen ausgesetzt. Um die Gefahr zu minimieren, ist Hygiene erstes Gebot. Der Einstreu sollte also so oft wie möglich ausgetauscht und die Auslaufflächen gewechselt werden. Eine räumliche Vergrößerung oder eine geringere Besatzdiche im Stall ist aus physiologischer Sicht immer sinnvoll. Schon die regelmäßige Reinigung der Ruheplätze und der Legenester mit heißem Wasser senkt den Keimdruck in diesen Bereichen erheblich. Vorbeugend empfiehlt sich die Gabe pflanzlicher Futterergänzungen, insbesondere aus Oregano. Hoch angereicherte Extrakte dieser Pflanze wirken antiseptisch, fungizid und antiviral.

In vielen Fällen reichen Präparate wie Dosto TMR oder Liquid zumal sie keine Rückstände im Tierprodukt hinterlassen. Resistenzen sind nicht bekannt. Ist die Erkrankung dennoch ausgebrochen, lassen sich Heilungserfolge durch Steigerung der Dosis erzielen, wie Züchter berichten. Hat dies keinen Erfolg, sollten Antibiotika verabreicht werden. Dabei ist zu bedenken, dass die Tierprodukte dann mit Rückständen belastet werden und sich Nebenwirkungen ergeben könnten. Daher sollten auch giftige Desinfektionsmittel wie Kresole nur als "Ultima ratio" eingesetzt werden. Lieber vorab an der Quelle ansetzen und Keime in der Stallluft sowie Überträger wie die Rote Vogelmilbe dezimieren, wofür sich voll biologische Mittel wie Urtex eignen. Kostenseitig ergeben sich kaum Unterschiede, so dass die natürliche und gesunde Tierhaltung mittlerweile als genauso rentabel gilt die konventionelle. (pd)

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