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Einkommensnische

Produktion von Stutenmilch: So geht's

Dieser Artikel ist zuerst in der DLZ erschienen.

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Haflinger-Stute beim Melken.
© Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
von , am
21.09.2016

Die Gewinnung und Verarbeitung von Stutenmilch ist ein kleiner, aber feiner Betriebszweig. Das dlz agrarmagazin hat das Haflinger-Gestüt Meura in Thüringen besucht.

Die Produktion von Stutenmilch ist kein einfaches Geschäft. Die Redakteurin Martina Hungerkamp vom dlz agrarmagazin hat das Gestüt Meura mit rund 300 Haflingern in Thüringen besucht. Wie die Gewinnung und Verarbeitung von Stutenmilch funktioniert, finden Sie in der Ausgabe August 2016 im dlz agrarmagazin.

Arbeitswirtschaft

  • Eine gute Arbeitswirtschaft ist Grundvoraussetzung auf dem Gestüt.
  • Die meisten Pferde stehen in einem großen Laufstall mit Tiefstreu.
  • Jeden Tag wird eingestreut und gefüttert.
  • Etwa alle 8 Wochenwerden die Ställekomplett ausgemistet, mindestens 2 mal jährlich ausgespitztund desinfiziert.
  • Die Hengste sind in einem separaten Stall in Einzelboxen untergebracht.
  • Alle Pferde kommen jeden Tag auf eine der großen Weiden rund um das Gestüt. Wenn das Wetter es zulässt, auch im Winter.
  • Die Fohlenjahrgänge, also die zwei- und dreijährigen Tiere, laufen den ganzen Sommer überauf großen Koppelnmit Wald oder anderen Unterstellmöglichkeiten.
  • Sie wachsen auf den trockenen und mageren Standorten ganz natürlich und ohne Kraftfutter auf. So können sich Muskulatur und der ganze Bewegungsapparat gut ausbilden.

Vorbereitung aufs Melken von Stuten

  • Ausgeglichenheit der Pferde ist wichtig. Nur dann lassen sich die Stuten melken.
  • Bereits während der Ausbildung werden die Stuten, die auch geritten werden, auf das Melken vorbereitet.
  • Sie werden daran gewöhntam Euter angefasst zu werden. Das muss für die Stuten selbstverständlichsein.
  • Im nächsten Schritt werden sie in den Melkstand gestellt un erhalten dort Kraftfutter.Nur gemolken wird noch nicht.
  • Sind sie an Umgebung und Geräuschkulisse gewöhnt, folgen alle weiteren Arbeitsschritte.
  • Für den kurzen Weg vom Wartehof in den Melkstand wird ihnen ein Halfterumgelegt.
  • Dort stehen sie dann frei ohne Anbindung bis zum Ende des Melkens auf ihrem Platz und erhalten je nach Körperkondition ihreRation an Kraftfutter.
  • Der ganze Melkvorgang inklusive der gründlichen Reinigung des Euters dauert nur 3 bis 5 Minuten pro Tier.
  • Jede Stute gibt pro Melkgang 0,5 bis 1,5 l Milch.
  • Nach dem Melken dürfen die Stuten wieder zu ihren Fohlen.

Voraussetzungen fürs Melken

  • Theoretisch werden alle Stuten gemolken, wenn die Fohlen acht Wochen alt und gut entwickelt sind.
  • Ausgenommen sind Jungstuten, die zum ersten Mal gefohlt haben.
  • Der Gesundheitszustandvon Stute und Fohlen muss tadellos sein.
  • Vor dem ersten Melken wird eine Einzelmilchprobe aus jeder Euterhälfte gezogen. Diese müssen ohne Befund sein.
  • In regelmäßigen Milchkontrollenwird die Milch untersucht.
  • Rund vier Monatewerden die Stuten gemolken. Die Kernzeit geht von Juni bis September. Der Rest hängt von der Nachfrage, dem Zustand der Tiere und der vorhandenen Futtergrundlage auf den Wiesen ab.

Verarbeitung von Stutenmilch

  • Die Milch wird nach dem Melken direkt weiterverarbeitet.
  • 90 % der Milch wird in1/4-l-Flachen abgefüllt und schockgefrostet.
  • Kunden können die Trinkkuren über das Internet oder telefonisch bestellen.
  • Stutenmilchlikör wird direkt auf dem Hof erzeugt.
  • Kosmetikprodukte werden von einer Firma in Chemnitz produziert.
     

Einkommensnische Stutenmilch

Haflinger-Stuten beim Fressen im Stall
Auf dem Gestüt Meura in Thüringen leben 300 Haflinger. Die meisten Pferde stehen eineinem der großen Laufställe auf Tiefstreu. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Haflinger im Laufstall
In den Ställen wird jeden Tag eingestreut und gefüttert. Alle 8 Wochen werden sie komplett ausgemistet - mindestens zweimal jährlich zusätzlich ausgespritzt und desinfiziert. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Haflinger auf dem Wartehof
Vor dem Melken werden den Pferden auf dem Wartehof Halfter umgelegt. Im Melkstand stehen sie dann frei ohne Anbindung. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Euter einer Haflinger-Stute
Bei den Stuten muss vor dem Melken das Euter gründlich gereinigt werden. Außerdem werden regelmäßig Milchproben untersucht. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Stute im Melkstand
Jede Stute gibt pro Tag zwischen 0,5 und 1,5 l Milch. Gemolken werden sie rund 4 Monate. Kernzeit ist Juni bis September. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
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