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Tiergesundheit

QS: Bauern setzen weniger Antibiotika ein

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Josef Koch, agrarheute
am
04.06.2018

Schweine, Geflügel und Kälber erhalten immer weniger Antibiotika. Das geht aus den neuen Kennzahlen des QS-Antibiotikamonitorings hervor. Bei allen Tierarten ging der Therapieindex zurück.

Medikamente im Schrank

Die Schweine und Geflügel haltenden Betriebe im QS-System haben 2017 etwa 3 Prozent weniger Antibiotika eingesetzt als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2014, dem Beginn des Monitorings, wurde die Menge um mehr als 32 Prozent reduziert, berichtet die QS GmbH.

Zwischen Januar und Dezember 2017 wurden 804.962 Behandlungsbelege in der QS-Datenbank hinterlegt, seit Beginn des Monitorings im Jahr 2012 rund 4,1 Millionen. Eine gewaltige Datenmenge, auf deren Grundlage laut QS detaillierte wie belastbare Auswertungen vorgenommen werden können. QS hat mit fachlicher Unterstützung der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) die Daten der Schweinehalter analysiert. Dabei wurde unter anderem der Einfluss der Betriebsgröße oder der Region, in der der Betrieb liegt, auf den Antibiotikaeinsatz analysiert.

Ebenso wurde untersucht, wie das Produktionssystem beispielsweise die Haltung von Mastschweinen in spezialisierten Mastbetrieben im Vergleich zur Haltung im geschlossenen System mit Sauen, Ferkeln und Mastschweinen den Antibiotikaeinsatz beeinflusst. Die Ergebnisse werden nun mit Tierhaltern und Tierärzten beraten und sollen in die Empfehlungen für den Antibiotikaeinsatz einfließen.

Andere Daten als Bundesamt

Ein Vergleich mit den Auswertungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für denselben Zeitraum zeigt allerdings ein unterschiedliches Bild.

Das BVL hatte Ende März die bundesweiten Kennzahlen zur Antibiotika-Therapiehäufigkeit bei Masttieren für das zweite Halbjahr 2017 vorgelegt. Während die BVL-Antibiotikakennzahlen bei Mastschweinen, Masthühnern, Puten und Mastkälbern im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017 leicht gestiegen sind, kann bei den Auswertungen der QS-Antibiotikadatenbank für alle Tierarten – wenn auch nur in geringfügigem Maße - ein Rückgang nachgewiesen werden.

Vor allem bei Aufzuchtferkel bis 30 kg und Mastschweinen ging der Therapieindex laut QS GmbH deutlich zurück. Auch bei Mastputen und Masthühnern stellte die Organisation im zweiten Halbjahr 2017 einen Rückgang fest. Spezialisierte Kälbermäster setzten im gleichen Zeitraum deutlich weniger Antibiotika ein. Der Index fiel von 27,08 auf 26,39.

Werte pendeln sich auf niedrigem Niveau ein

QS und BVL berechnen die Kennzahlen auf einer unterschiedlichen Datenbasis. Die Ergebnisse sind deshalb nicht absolut identisch, folgten in der Vergangenheit aber gleichen Trends.

„Die Teilnahme an einem Qualitätssicherungssystem wie QS trägt sicherlich dazu bei, dass diese Betriebe für das Thema Antibiotikaeinsatz und Vermeiden von Resistenzen über die regelmäßigen Rückmeldungen zusätzlich sensibilisiert werden“, erklärt Thomas May, bei QS verantwortlich für das Antibiotikamonitoring.

„Die Tatsache sinkender Kennzahlen bei den Tierhaltern im QS-System belegt das stetige Engagement aller Verantwortlichen“, so May weiter. „Die Strategie geht auf. Die meisten Werte scheinen sich jetzt auf einem niedrigen Niveau einzupendeln. Viel Spielraum ist da nicht mehr drin, denn die Tiergesundheit darf nicht ins Hintertreffen geraten.“

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