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Antibiotikaeinsatz

QS meldet 36 Prozent weniger Antibiotikaeinsatz

am Donnerstag, 06.06.2019 - 13:31 (Jetzt kommentieren)

Der zweite QS-Statusbericht zeigt: Landwirte verwenden immer weniger Antibiotika. Besonders stark ist der Rückgang bei Schweinen.

Euterinjektion

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung ist weiterhin rückläufig. Dies belegen die Zahlen des aktuellen Statusberichts zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung der QS Qualität und Sicherheit GmbH.

Zwischen 2014 und 2018 sank die im QS-System erfasste Abgabe von Antibiotika in der Nutztierhaltung um 253,2 Tonnen. Dies entspricht einer Verringerung um 35,7 Prozent.

Das QS-Monitoring deckt 95 Prozent der Schweine- und Geflügelfleischproduktion in Deutschland ab. Seit der Einführung des QS Antibiotikamonitorings in 2012 wertet QS die Daten von über 2.300 Tierärzten aus. Das sind mehr als 4,1 Millionen Behandlungsbelege im erfassten Zeitraum. 

Reserveantibiotika: Fast um die Hälfte gesunken

Auch kritische Antibiotika, sogenannte Reserveantibiotika, die für die Humanmedizin von großer Bedeutung sind, kommen deutlich seltener in den Ställen der QS-zertifizierten Betriebe zum Einsatz. Hier sank die verabreichte Menge um 46,7 Prozent.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass die von Tierhaltern und Tierärzten ergriffenen Maßnahmen zur Antibiotikareduktion greifen. Vor dem Hintergrund möglicher Resistenzbildungen, welche zu einer Unwirksamkeit besonders wichtiger Antibiotika in der Humanmedizin führen könnten, stehen diese kritischen Antibiotika bei QS unter ganz besonderer Beobachtung.

"Wir haben den Anspruch mit unserer Datenerfassung Tierhalter und Tierärzte beim sinnvollen und im Sinne des Tierwohls sensiblen und restriktiven Einsatz von Antibiotika zu unterstützen", so Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH. Deshalb erhalten Tierhalter und Tierärzte einen separaten Therapieindex nur für den Einsatz von kritischen Antibiotika.
 

Verlagerung innerhalb der Schweinehaltung findet nicht statt

Innerhalb der Schweinehaltung reduzierte sich die Menge der verabreichten Antibiotika sogar um 41,9 Prozent auf 303,7 t. Dieses Ergebnis ist laut QS besonders erfreulich, da die Reduktion in der Mast und Ferkelaufzucht nicht zu Lasten der Sauen und Saugferkel geht: Auch Ferkelerzeuger  verringerten ihre Antibiotikabgabe um 7,9 Prozent.

Die Geflügelhalter konnten mit 141,6 t ebenfalls 18,8 Prozent weniger Antibiotika verabreichen und setzen damit ihre positive Entwicklung über alle Wirkstoffgruppen hinweg fort. Seit 2014 stagniert aber der Einsatz bei Mastkälbern um die 8,9 t und in Puten haltenden Betrieben. Masthühner haltende Betriebe haben in den vergangenen zwei Jahren aber mehr Antibiotika verwendet.

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