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Mit versteckter Kamera

Nach rechtswidrigen Aufnahmen: Brüterei stellt Betrieb ein

Küken in Brüterei
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Eva Eckinger, agrarheute
am
12.04.2018

Nach einem ZDF-Bericht mit verdeckten Aufnahmen der Soko Tierschutz ist eine Brüterei in Bayern in die Kritik geraten. Nun hat das Unternehmen seinen Brutbetrieb für Legetiere eingestellt.

Scharfe Kritik erntete die Geflügelbrüterei Hölzl aus Moosburg in Bayern nach einem ZDF-Bericht. In der Sendung Wiso hieß es, dass in dem Betrieb gesunde weibliche Küken ohne Grund vergast würden. Da zu viele davon produziert werden, könnten sie nicht mehr abgesetzt werden.

Die Brüterei weise laut Süddeutscher Zeitung (SZ) den Vorwurf angeblicher "massenhafter" Tötungen von überzähligen Küken als gegenstandslos zurück.

Soko Tierschutz drehte mit versteckter Kamera

Die Aufnahmen waren mit versteckter Kamera gefilmt und stammen vom Verein "Soko Tierschutz". Die Brüterei Hölzl aus Moosburg selbst hat in einer schriftlichen Stellungnahme mitgeteilt, dass sie ihren Brutbetrieb für Legetiere einstellen werde, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Soko Tierschutz habe eine Mitarbeiterin unter falschem Vorwand eingeschleust. Diese hatte Ende des Jahres 2017 Aufnahmen mit versteckter Kamera gedreht.

ZDF verbreitet rechtswidrige Aufnahmen

Die Videoaufnahmen, die vom ZDF verbreitet wurden, seien also rechtswidrig gemacht worden. Außerdem hätten sie die Abläufe im Unternehmen unzutreffend wiedergegeben. Das im Beitrag kritisierte Betäubungs- und Tötungsverfahren von Küken mittels CO2 sei überdies schmerzfrei. Die zuständigen Behörden seien hierüber informiert, so Hölzl. Betäubt und getötet würden vor allem Tiere, die nicht überlebensfähig seien.

Massenhafte Tötungen von Küken seien unzutreffend

Der im Beitrag verbreitete Vorwurf angeblicher "massenhafter" Tötungen von überzähligen Küken sei als solcher unzutreffend, wie das Oberbayerisches Volksblatt meldet. Dieser werde mit der Einstellung des Brutbetriebs für Legetiere, die bisher in das EU-Ausland exportiert worden seien, gegenstandslos, zitiert die Süddeutsche Zeitung das Unternehmen.

Die Angelegenheit wurde der Staatsanwaltschaft weitergeleitet und es werde geprüft, ob eine Straftat, sprich ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, vorliege.

Nach ZDF-Beitrag: Solidarität aus der Region für Brüterei

Weiter heiße es aber in der Stellungnahme: "Wir haben auf die Vorwürfe in der ZDF-Sendung aus der Region nur solidarische Reaktionen erhalten. Dafür sind wir dankbar. Öffentliche Vorwürfe in TV-Magazinen und durch Tierrechtsgruppen können wir jedoch mit unserem Selbstverständnis als Traditions- und Familienunternehmen nicht vereinbaren. Deshalb haben wir uns entschieden, den Brutbetrieb für Legetiere einzustellen".

Mit Material von Süddeutsche Zeitung, Oberbayerisches Volksblatt
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