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Geflügel

Rege Nachfrage nach Geflügelfleisch

von , am
17.04.2010

Eppingen - In Deutschland hat sich der Absatz von Geflügelfleisch belebt. Bei privaten Grillaktivitäten wird gern auf Hähnchen- und Putenfleisch zurückgegriffen und die beginnende Spargelsaison fördert die Umsätze von Geflügelteilen.

© Andrew Brown/Fotolia

Eier:
Eierpreise weiter sinkend

Plötzlich gibt es wieder Eier. Viele Marktbeteiligte fragen sich, woher die nun plötzlich alle kommen, nachdem es über Monate hinweg im freien Handel fast keine verfügbare Ware gab.

Nun, traditionell ist direkt nach Ostern die meiste verfügbare Ware am Markt. Dies hat zwei Gründe:

 

  1. Die Verbraucher kaufen vor Ostern zu viele Eier. Nach Ostern ist der Kühlschrank dann zu voll, so dass in diesen zwei Wochen direkt nach Ostern der Absatz mehr als dürftig ist.
  2. Die Eierproduktion wird meist so gelenkt, dass für die Osterwoche genügend Ware zur Verfügung steht, sprich alle Ställe sind voll.

Dieses Jahr kommt dazu, dass viele Kollegen erst Anfang 2010 mit dem Umrüsten der Ställe begonnen haben und nun nach und nach diese Ställe wieder in Produktion kommen. Der größte Teil der Umbauten wurde wohl in Bodenhaltung getätigt, so dass in diesem Marktsegment nun wieder eine gewisse Marktsättigung eintritt.

Spargelsaison fördert Nachfrage

Demnächst wird aber ein großer Eierlikörhersteller wieder mit dem Eieraufschlagen beginnen, so dass hier eine Marktentlastung gerade im Industriebereich zu erwarten ist. Es darf davon ausgegangen werden, dass die Industrie über kurz oder lang auch auf Bodenhaltungsware umschwenkt. Erste "KAT-geprüfte" Bodenhaltungsnudeln sind mittlerweile im Handel; daher wird der Druck auf die Verarbeiter weiter steigen, verstärkt "käfigfreie" Eiprodukte an zu bieten. Auch ist zu erwarten, das mit den nun richtig einsetzenden Spargelsaison die Nachfrage nach Eiern wieder steigt – und damit letztendlich ist auch eine Stabilisierung/Erhöhung der Eierpreise zu erwarten.

Geflügel:
Geflügelfleisch lebhaft gefragt – Keine Steigerung der Importe aus Brasilien


Brasilien ist einer der weltgrößten Hähnchenfleischproduzenten. Immerhin entfielen 2009 rund 15 Prozent der Weltproduktion auf dieses südamerikanische Land. Gut 33 Prozent der brasilianischen Produktion floss 2009 in den Export. Deutschland ist ein bedeutender Abnehmer für brasilianisches Hähnchenfleisch. Seit 2005 stiegen die Lieferungen brasilianischer Ware auf den deutschen Markt um circa 40 Prozent. Die brasilianische Produktion von Hähnchenfleisch stieg nach Recherchen der EMA von 2005 auf 2008 um gut 18 Prozent. 2009 war allerdings keine weitere Steigerung mehr zu verzeichnen.

Leicht rückläufige Produktion

Die Produktion sank im Vergleich zu 2008 sogar leicht um 0,1 Prozent auf 11.021 Tonnen. Im ersten Halbjahr 2009 war dabei ein Rückgang um gut drei Prozent zu verzeichnen gewesen, der im zweiten Halbjahr weitgehend kompensiert wurde. Als Grund für den Rückgang wird die weltweite Wirtschaftskrise angegeben. Auch die brasilianischen Exporte von Hähnchenfleisch blieben nach stetigen Steigerungen in den Vorjahren 2009 knapp unter dem Vorjahreswert zurück.
Der Handel trägt mit verstärkter Aktionstätigkeit zur Absatzbelebung bei. Die Preise am Hähnchen- und Putenmarkt tendieren stabil bis fester.

 

{BILD:115548:jpg}Georg Heitlinger
Eierproduzent aus dem baden-württembergischen Eppingen, 40.000 Legehennen, davon ca. 12.000 in Freilandhaltung, 28.000 in Bodenhaltung, ca. 90 ha Ackerbau, inkl. Packstelle, analysiert ab sofort wöchentlich für agrarheute.com in Zusammenarbeit mit der EMA, Bonn, die Marktentwicklung bei Eiern und Geflügelmast.

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