Regionale Schlachthöfe: Das Fleisch der kurzen Wege
Verbraucher wollen regionale Produkte und möglichst kurze Tiertransporte. Regionale Schlachthöfe erfüllen diese Wünsche. Dennoch ist ihr Bestehen gefährdet.

Der Schlachthof im mittelfränkischen Fürth ist ein sogenannter Metzgerschlachthof. Hier schlachten die regionalen Metzger, aber auch die Gastronomie und Direktvermarkter lassen hier ihre Tiere schlachten und zerlegen. Der Einzugsbereich liegt bei rund 50 Kilometer. Das heißt, kurze Wege für die Tiere und regionale Produkte für den Verbraucher.
Nachwuchssorgen im Metzgerhandwerk
Doch die Metzger sehen mit Hoffnung und Bangen in die Zukunft. „Die Frage ist, wie es sich weiter entwickelt. Im Biosegment zum Beispiel zeigt es sich, dass es im Moment einbricht. Man wird sehen müssen, was die Kunden künftig wollen und ob sie weiter auf Regionalität setzen", sagt der Metzger Michael Bernet.
Dazu kommen weitere Erschwernisse: Mit dem Rückgang der tierhaltenden Betriebe in der Region nimmt das Angebot ab und die Metzger haben mit einem Nachwuchsproblem zu kämpfen.
Dabei sei die Arbeit aufgrund der Mechanisierung gar nicht mehr so hart und auch die Arbeitszeiten seien mit denen in anderen Berufen vergleichbar, erklärt der stellvertretende Obermeister der Innung Mittelfranken-Mitte, Manfred Weber.
Mehr Rückendeckung von der Politik für Handwerk und Bauern
Metzger Bernet fordert für das Metzgerhandwerk verlässliche Regeln und Gesetze, damit eine Planbarkeit für die nächsten zehn Jahre gegeben ist. „Ich erwarte mir mehr Rückendeckung auch für die Bauernfamilien, damit sie bestehen können“, sagt Bernet. Obermeister Weber wünscht sich zudem mehr Wertschätzung für das Produkt Fleisch in der Gesellschaft.
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