Login
Agrarstatistik

Rekord: Schlachthöfe produzieren 4,1 Mio. t Fleisch im ersten Halbjahr

Schweinefleisch
Thumbnail
Redaktion agrarheute, agrarheute
am
17.08.2016

Im ersten Halbjahr 2016 haben die deutschen Schlachthöfe soviel Fleisch wie noch nie produziert. Während der Absatz in Deutschland aber zurückgeht, steigt der Export.

Die deutschen Schlachthöfe produzieren weiterhin auf Hochtouren Fleisch. Mit knapp 4,1 Millionen Tonnen übertraf die Menge im ersten Halbjahr 2016 ganz knapp das Ergebnis aus dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete. So wurde erneut ein Mengenrekord erreicht. Ein leichter Rückgang beim Schweinefleisch um 0,3 Prozent wurde durch größere Mengen Rind und Geflügel ausgeglichen.

  • Weiterhin macht Schweinefleisch über zwei Drittel (67,6 Prozent) der Gesamtproduktion aus.
  • Es folgen Geflügelfleisch mit 18,6 Prozent und
  • Rind mit 13,5 Prozent.
  • Schaf-, Ziegen- und Pferdefleisch hatten zusammen lediglich einen Anteil von 0,3 Prozent an der Gesamtproduktion.

Geschlachtet werden mussten dafür in den ersten sechs Monaten des Jahres 29,2 Millionen Schweine, 1,7 Millionen Rinder sowie rund 349 Millionen Hühner, Puten, Enten und anderes Geflügel geschlachtet.

Mehr Fleisch produziert, weniger gegessen

Zwar wird in Deutschland mehr Fleisch produziert, aber weniger gegessen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Demnach sank der Absatz an Fleisch und Wurst um 1,4 Prozent. Die Gründe für den Abwärtstrend sind vielfältig.

  • Einer von ihnen ist laut GfK das "schlechte Grillwetter" in diesem Jahr. Im Schnitt habe der Absatz an Grillfleisch, Geflügel und Bratwurst zwischen März und Juni um fünf Prozent unter dem Vorjahr gelegen, berichten die Marktforscher.

Doch verstärkt das schlechte Wetter nur einen Trend der schon länger zu beobachten ist. Allein 2015 sank der durchschnittliche Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um ein Kilogramm auf 59,9 Kilogramm. Schuld daran ist nach Einschätzung des Verbandes der Fleischwirtschaft (VDF) nicht zuletzt die demografische Entwicklung. Die Gesellschaft altert und ältere Menschen essen oft weniger.

Selberkochen verliert an Bedeutung

Negativ wirke sich aber auch aus, dass in Deutschland das Selberkochen von Mahlzeiten an Bedeutung verliere. Ein immer größerer Teil der Mahlzeiten werde entweder in der Gastronomie eingenommen, oder es würden Fertiggerichte zu Hause zubereitet, heißt es beim VDF. In beiden Fällen sind die Fleischportionen in der Regel geringer als beim selbstgekochten Essen.

Außerdem: Immer mehr Menschen reduzieren laut GfK bewusst ihren Fleischverbrauch. Vor allem in der Altersgruppe der über 50-Jährigen wachse die Zahl der Flexitarier, die zwar nicht ganz auf den Genuss von Steaks oder Bratwurst verzichten, aber doch statt zum Fleisch häufiger mal zu veganen oder vegetarischen Alternativen greifen.

Und bei den jüngeren Konsumenten gebe es überdurchschnittlich viele Vegetarier-Haushalte, die aus Tierwohl- und Umweltschutzgründen komplett auf Fleisch verzichteten. "In bestimmten gesellschaftlichen Schichten und Regionen ist es in Deutschland gegenwärtig offenbar ausgesprochen chic, wenig oder gar kein Fleisch zu essen, während dies in anderen europäischen Ländern erheblich geringer ausgeprägt ist," meint der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF).

Das sagen bayerische Kühe zum Welt-Milchtag

Bayerische Kuh
Bayerische Kuh
Bayerische Kuh
Bayerische Kuh
Bayerische Kuh
Bayerische Kuh
Auch interessant