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Niedersachsen

14 Schlachthöfe verstoßen gegen Tierschutz

Rinderschädel hängen am Haken im Schlachthof
am Dienstag, 22.01.2019 - 13:50 (Jetzt kommentieren)

In 14 von 18 niedersächsischen Schlachthöfen haben amtliche Prüfer bei unangekündigten Kontrollen Mängel festgestellt - bei zwei Schlachtbetrieben sogar gravierende.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) bestätigte gegenüber agrarheute, dass es in 14 von bisher 18 kontrollierten Schlachthöfen Mängel gegeben habe. "Die Probleme reichten von fehlender Dokumentation und interner Kontrolle bis hin zu schwereren technischen Verstößen und Mängel im Tierschutz", sagte Natascha Manski, die Pressesprecherin des ML.

Zudem hätten die Prüfer bei zwei Betrieben schwere Mängel bei der Betäubung festgestellt. Die Mängel seien sofort beseitigt worden, so Natascha Manski. Seit Anfang November 2018 führt das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unangekündigte Kontrollen bei Schlachthöfen durch. Grund dafür sind die Schlachthofskandale im letzten Jahr – ausgelöst durch heimlich gedrehte Videoaufnahmen von Tierrechtlern.

Otte-Kinast fordert Kamerapflicht für Schlachthöfe

Angesichts der Verstöße sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU): „Wir brauchen einen Neustart in unseren Schlachthöfen – das haben die jüngsten Vorfälle gezeigt.“ Die Hauptverantwortung liege dabei bei den Schlachtbetrieben.

Als eine Maßnahme kündigte die Ministerin an, dass künftig obligatorische Kontrollen der Betäubungsgeräte und -anlagen durch Experten des LAVES stattfinden sollen. „Derzeit bereitet mein Haus außerdem eine Bundesratsinitiative vor mit dem Ziel einer verbindlichen Kameraüberwachung in Schlachtbetrieben“, sagte die Politikerin.

Ad-hoc-Arbeitsgruppe will Schlachthöfe weiterentwickeln

Auf Initiative des LAVES und des Niedersächsischen Landkreistages (NLT) traf sich heute eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe in Hannover zu einer ersten Sitzung. Das gemeinsame Ziel: Die Überwachung der Schlachthöfe weiterentwickeln und Schwachstellen so schnell wie möglich beseitigen.

Die Gruppe besteht aus Vertretern des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML), des LAVES, des NLT, des Niedersächsischen Städtetages (NST) und Experten aus kommunalen Veterinärämtern. 

Mit Material von ML, LAVES

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