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Aufreger Milchpreis

Unter 20 Cent/Kilo: 'Müssen den Molkereien Dampf machen'

Eva Ziegler/agrarheute
am
18.05.2016

Unsere Leser haben klare Meinungen zu den schlechten Milchpreisen - und berichten vom Milchgeld vor Ort.

"Eine Reihe von EU-Staaten haben sich angesicht der Marktlage besorgt gezeigt", berichtete der niederländische Minister Martijn Van Dam nach dem gestrigen EU-Agrarministertreffen. Konkrete Entscheidungen wurden der dpa zufolge aber nicht getroffen. Ende Juni sei eine vertiefte Diskussion geplant.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan erteilte einem weiteren Liquiditätsprogramm gestern eine Absage: Nachdem das aktuell laufende Programm in etlichen EU-Staaten noch gar nicht ausgeschöpft sei, sei die Frage nach weiteren Geldern verfrüht.

Im vergangenen September hatte die EU ein Notprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro aufgelegt. 69 Millionen Euro davon entfielen auf Deutschland. Die Bundesrepublik gehört zu den EU-Ländern, die die zugeteilten Gelder bereits weitgehend eingesetzt haben.

Statt Quote gut geführte, genossenschaftliche Molkereien

Wie gestern berichtet, zahlen einige Molkereien derzeit nur noch einen Milchpreis unter 20 Cent/Kilo. Unser facebook-User Frank hat einen klaren Lösungsvorschlag:

"Wir müssen unsere eigenen Genossenschaftlichen Molkereien zu einer höheren Wertschöpfung drängen. H-Milch abfüllen ist keine Kunst, sondern den Export bedienen oder Nischen, aber wer glaubt das eine neue Quote helfen würde der hat vergessen, das diese 30 Jahre lang nur dem Sofamelker geholfen hat. Jeder Liter Milch, den wir in der Produktion drosseln werden die Betriebe aus den Beneluxstaaten und Osteuropa sofort liefern. ... Alle großen Molkereien wie die DMK, FC, MUH werden genossenschaftlich geführt und zahlen den schlechtesten Auszahlungspreis. Wenn sich unsere Lage bessern soll, so müssen wir in unseren eigenen Reihen anfangen und die veralteten Strukturen aufbrechen, denn es gibt auch gut geführte leistungsfähige Molkereien auf genossenschaftlicher Basis, hier z.B. Hochwald. Die haben eine Molkenentsalzungsanlage mit Pulverproduktion bei Hünfeld aufgestellt. Dies ist eine höhere Wertschöpfung, die uns Lieferanten zu gute kommt."

Lächerlicher Milchpreis - der Verbraucher ist gefragt

Die meisten unserer facebook-User haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Doch zu diesem Thema meldet sich auch ein Verbraucher namens Andres zu Wort: "Der Milchpreis ist einfach lächerlich. Ich trinke nicht besonders viel Milch, wenn dann schaue ich nicht auf den Preis. Ich kaufe sehr gerne Milch von den Milchwerken Berchtesgadener Land. Zum einen zahlen die einen halbwegs vernünftigen Preis. Zum anderen unterstütze ich damit eher kleinere Betriebe die gute Qualität gentechnikfrei produzieren. ... Ich hoffe, wir (die) Verbraucher wachen auf bevor es endgültig zu spät ist."

Überblick: Von diesen Milchpreisen berichten unsere User

  • 16 Cent (für polnische Milch)
  • 21 Cent (Sh-Meierei Barmstedt)
  • 23,5 Cent (ohne nähere Angabe)
  • Grundpreis 27 Cent (keine nähere Angabe)
  • 27 Cent Basispreis plus Zuschläge für Menge und S-Klasse (Privatmolkerei Schwälbchen, Hessen)

Die angegebenen Preis basieren auf Berichten unserer User. Für die Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

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