Login
Milchproduktion

24,5 Cent: Rohstoff Milch immer weniger wert

© agrar-press
von , am
07.07.2015

Wohin soll das noch führen? Der Rohstoffwert Milch brachte für den Juni noch einmal ein downgrade auf 24,5 Cent je Kilogramm Milch ab Hof. Gegenüber Juni 2014 ist dies ein Einsturz von 12,4 Cent, rund ein Drittel.

Seit dem Ende der Milchquote im April 2015 ist der Rohstoffwert Milch von 27,6 auf aktuell 23,7 Cent je Kilogramm Milch gesunken. © Andrey Popov/Fotolia
Wie das KielerInformations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft(ife) ausgerechnet hat, lag der kalkulierte Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 Prozent (%) Fett und 3,4 % Eiweiß im Juni bei 24,5 Cent. Im Vergleich zum Mai ist das ein leichter Verlust von 0,4 Cent je Kilogramm Milch. Damit liegt der Wert 12,4 Cent oder rund ein Drittel unter dem Wert von Juni 2104 (36,9 ct/kg).
 
Der Rohstoffwert setzt sich aus den Verwertungsmöglichkeiten über Butter und Magermilchpulver zusammen. Im Gegensatz zum Milchwert Deutschland des agrarmanager, in den die gesamte Verwertung (Käse, Frischeprodukte, etc.) bei der Preisfindung mit eingerechnet wird.
 
Die durchschnittliche Butternotierung belief sich im Juni 2015 auf 292,0 ct/kg (Mai: 296,4 ct/kg). Der Trendpfeil zeigt auch hier: nach unten. Im Vergleich zum Juni 2014 ist der Buttererlös im Juni 2015 um 53,3 Cent niedriger.

Magermilchpulver mehr als 100 Cent billiger als vor Jahresfrist

Magermilchpulver erlöste im Juni im Schnitt mit 173,4 Cent/kg, moderate 1,9 Cent weniger als im Mai. Allerdings brach hier der Wert gegenüber dem April um saftige 13 Cent je Kilogramm ein. Gegenüber dem Vorjahresmonat Juni (275,9 ct/kg) ist Magermilchpulver damit mehr als 100 Cent pro Kilogramm billiger.
 
Werden beide Wertkomponenten zusammen betrachtet, belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Juni auf 25,9 ct/kg (Mai:26,3 ct/kg) angegeben. Auch hier ein Rückgang gegenüber Juni 2014 (38,3 ct/kg) um saftige zwölf Cent. 
 
Der Fettwert lag im Juni bei 12,5 Cent je Kilogramm (Juni 2014: 14,9 ct/kg).
Der Nichtfett-Wert bei 13,4 Cent Cent je Kilogramm (Juni 2014: 23,4 ct/kg).

Zusammensetzung des Rohstoffwert Milch

Der Rohstoffwert Milch gibt nicht den Milchauszahlungspreis einer bestimmten Molkerei an, da er laut ife
  • nur Erlöse aus Butter und Magermilchpulver zugrunde legt,
  • keine Vertragslaufzeiten zwischen Weiterverarbeitern/Handel und Molkereien berücksichtigt und
  • nur das hier gewählte Erlös-, Kosten- und Mengenszenario den Wert für den Rohstoff Milch ermittelt.
Die Vollkosten berücksichtigen die Herstellungs- und Vertriebskosten, nicht die Erfassungskosten, und fließen mit 26 Euro/100 kg bei Butter und 38 Euro/100 kg bei Magermilchpulver in die Berechnung ein. Bei Magermilchpulver wird mit Laktose standardisierte Ware unterstellt.
 
Der Rohstoffwert Milch ab Hof gilt für eine Standardmilch
  • mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß,
  • ab Hof des Milcherzeugers,
  • ohne Mehrwertsteuer, das heißt durchschnittliche Erfassungskosten und Nebenkosten der Erfassung vom Milcherzeuger bis zur Molkerei in Höhe von 1,4 Cent je kg Milch sind berücksichtigt.
Der Rohstoffwert Milch frei Rampe lässt die Erfassungs- und etwaige Nebenkosten unberücksichtigt und gilt frei Rampe Molkerei.

Tipps zur Klauengesundheit Ihrer Milchkühe

Management und Controlling helfen, die Klauengesundheit zu optimieren. Klauengesundheit, Haltungssystem, Fütterung und Stoffwechselerkrankungen hängen zusammen. © Struck
Die haltungsbedingten Einflüsse auf die Klauengesundheit sind Schmutz, Verletzungsgefahren, Feuchtigkeit und Fehler in den Funktionsbereichen. © Struck
Eine stille Brunst ist kein Fehler der Kuh, sondern ein Haltungsfehler durch den Landwirt. © Struck
Schauen Sie auf die Laufgänge. Sind dort Rutschspuren zu erkennen, müssen sie besser abgeschoben oder saniert werden. © Struck
Hält eine Kuh den Kopf nach unten und geht langsam, ist das ein Zeichen dafür, dass sie den Boden genau im Blick haben muss, weil er rutschig ist, oder zu viele Kanten vorhanden sind. © Struck
Zwei Stunden nach dem Füttern müssen über 70 Prozent der Tiere liegen. Die Kühe sollten maximal 30 Sekunden vom Eintreten in die Box bis zum Ablegen brauchen. Eine Liegezeit darf die 1,5 Stunden nicht übersteigen. © Struck
Wichtig ist, dass die Gummiböden regelmäßig mit dem Mistschieber abgeschoben werden, damit die Tiere nicht wegrutschen und der Druck auf die Klauen minimiert wird. © Struck
Auch interessant