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Rinderhaltung

4 Maßnahmen gegen Frost im Rinderstall

Kuhstall
250 Kühe haben im luftigen Boxenlaufstall Platz. © Bernd Feuerborn
Dr. Hans-Joachim Herrmann, DLG/nc
am
27.02.2018

Insbesondere bei modernen Außenklimaställen frieren nicht isolierte Tränken sehr schnell ein. Damit der Frost im Stall kein leichtes Spiel hat, sollte der Landwirt folgende Maßnahmen ergreifen.

Rinder müssen immer mit ausreichendem Wasser versorgt werden. © www.landpixel.de

Wenn die Temperaturen unter null Grad Celsius fallen, muss der Landwirt Sorge leisten, dass die Wasserversorgung im Stall nicht beeinträchtigt wird. Eine sichere Wasserversorgung beginnt im Winter mit einer frostsicheren Verlegung der Wasserzuleitung, wie die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG e.V) in ihrem Beitrag zur "Wasserversorgung für Rinder" schreibt.

1. Die richtige Verlegetiefe der Wasserzuleitung

Eine Verlegetiefe von 0,8 m reicht laut DLG nicht immer aus. In manchen Regionen sind deshalb bis zu 1,2 m empfehlenswert. Diese Baumaßnahmen sind bereits früh in der Planung zu berücksichtigen.
 
Wenn die Steigleitungen länger als einen Meter sind, reicht die Erdwärme zur Freihaltung nicht aus. Als Rohre dienen flexible Kunststoffrohre, die damit keiner Korrosion im Boden ausgesetzt sind. Für die Verschraubung gibt es Fittings in allen gängigen Durchmessern und Materialien. Um die Ventilfunktionen dauerhaft zu erhalten, ist der Einbau eines Filters ratsam.

2. Die Wasserzirkulation in den Leitungen sicherstellen

Wasserumwälzpumpen mit integrierten Heizaggregaten verhindern das Einfrieren der Wasserleitung und Tränkebecken. Die Leitungen können zusätzlich beheizt werden. Bei diesem Verfahren ist jedoch der Zusatzaufwand bei der Planung und Durchführung des Verlegens der Wasserleitungen entsprechend hoch, schreibt die DLG. Tränkebecken, Umwälzpumpe und Heizaggregat müssen in einem Wasserkreislauf eingebunden sein.
 
Für das Heizen und das Umwälzen des Wassers entstehen Stromkosten. Diese schwanken je nach Außentemperatur wegen des erhöhten Heizaufwands bei höheren Minusgraden. Der Energiebedarf der Umwälzpumpe schwankt je nach Länge der Leitungen und Menge des Wassers. Eine Umwälzpumpe kann an eine Wasserleitung von bis zu 350 m Länge angeschlossen werden. Der DLG zufolge lassen sich Stromkosten durch eine automatische Regelung per Thermostat minimieren.

3. Rohrbegleitheizungen mit Thermostat installieren

Die frei liegenden Rohrleitungen sind frostgefährdet. Sie können mit Rohrbegleitheizungen vor Frost geschützt werden. Hierbei gibt es zwei unterschiedlichen Systeme: 
  • Konfektionierte Heizbänder, die thermostatisch gesteuert werden.
  • Endlos-Heizbänder, deren Heizleistung temperaturabhängig selbstregulierend ist.

Heizbänder dürfen laut DLG nicht direkt auf Kunststoffrohren aufliegen. Eine Umwicklung des Rohres mit Metallfolie, oder Klebeband aus Aluminium zur besseren Wärmeleitung ist empfehlenswert. Um die Wärmeleistung bestmöglich zu nutzen, ist eine Wärmedämmung um das Rohr nötig.

4. Verwenden Sie kommunizierende Tröge

Dieses System basiert sich auf Anwärmen des Wassers, das sich in einem Trog befindet. Die anderen Tränken werden dann indirekt mit dem angewärmten Wasser versorgt. Wichtig ist hier vor allem die Entfernung der Tröge voneinander, weil bei einer zu großen Strecke und sehr niedrigen Temperaturen das Wasser wieder erkalten könnte. 

Nachteile dieses Systems:
  • fehlender vollständiger Wasseraustausch
  • Verschmutzungen und Bakterien verbleiben im gesamten System

Die Nutzung von Wärmerückgewinnungsanlagen, Erdwärmetauschern oder die Abwärme von Biogasgewinnung wäre als Energiequelle sinnvoll.

Mit Material von DLG

Best practice: So bleibt die Milchkuh gesund

200 Tiere haben Platz im Wartehof des Betriebes. Genau so viele Tiere haben Platz in einem Abteil im Couchettenstall. Das Größenverhältnis haben die Betriebsleiter bewusst aufeinander abgestimmt. © Markus Pahlke/agrarheute
Die Kühe im Couchettenstall sind in Großgruppen eingeteilt. Alle hochleistenden Tiere sind im neuen Außenstall untergebracht. © Markus Pahlke/agrarheute
Der Betrieb hat vor zwei Jahren neue Melkzeuge eingebaut. Damit wurde das Dippen und Zwischendesinfizieren automatisiert. © Markus Pahlke/agrarheute
Die Kühe werden grundsätzlich mit einem Zitzenversiegler trockengestellt. © Markus Pahlke/agrarheute
Nach dem Melken wird Dippmittel im Zitzenbecher auf die Zitzen versprüht. © Markus Pahlke/agrarheute
Nach der Melkzeugabnahme erfolgt ein automatisches Zwischendesinfizieren. Die Technik hat die Zellzahlen radikal gesenkt. © Markus Pahlke/agrarheute
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