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Milchviehhaltung

5 Melksysteme im Vergleich: So finden Sie die passende Technik

Mathias Harsch/ah/nc
am
15.01.2016

Welche Melktechnik passt auf meinen Betrieb? Keine leichte Entscheidung. Wir stellen Ihnen Kriterien zur Wahl zwischen fünf unterschiedlichen Melkverfahren vor.

© Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute

Bevor der Milchviehhalter eine Entscheidung für eine für seinen Betrieb passende Melktechnik trifft, stehen ihm viele Fragen offen. Mathias Harsch vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW) stellt allgemeingültige Kriterien vor, die Landwirten die Wahl zwischen unterschiedlichen Melksystemen erleichtern sollte. 

System 1: Fischgräte

  • Mögliche Durchsatzleistung:  vier bis fünf Kühe je Platz und Stunde
  • Erweiterung: gut
  • Raumbedarf: gut
  • Kosten Standgerüst: gut
  • Kosten Melktechnik: mittelmäßig
  • Melkqualität, -komfort: gut
  • Übersicht: gut
  • Kuhe in- u. austrieb: Gruppe
  • Tierselektion: gut
  • Melkzeugpositionierung: gut
  • Tier-, Euterkontrolle: gut
  • Systemabhängigkeit: gut
  • Außenklimastalltauglichkeit: gut
  • Notwendigkeit Rufbereitschaft: gut

System 2: Swing over

  • Mögliche Durchsatzleistung:  2,5-3,5 Kühe je Platz und Stunde
  • Erweiterung: sehr gut
  • Raumbedarf: mittelmäßig
  • Kosten Standgerüst: mittelmäßig
  • Kosten Melktechnik: gut
  • Melkqualität, -komfort: mittelmäßig
  • Übersicht: mittelmäßig
  • Kuhe in- u. austrieb: Gruppe
  • Tierselektion: gut
  • Melkzeugpositionierung: mittelmäßig
  • Tier-, Euterkontrolle: mittelmäßig
  • Systemabhängigkeit: mittelmäßig
  • Außenklimastalltauglichkeit: mittelmäßig
  • Notwendigkeit Rufbereitschaft: gut

System 3: Side by Side

  • Mögliche Durchsatzleistung: vier bis fünf Kühe je Platz und Stunde plus fünf Prozent Schnellaustrieb
  • Erweiterung: sehr gut
  • Raumbedarf: schlecht
  • Kosten Standgerüst: mittelmäßig
  • Kosten Melktechnik: mittelmäßig
  • Melkqualität, -komfort: mittelmäßig
  • Übersicht: sehr gut
  • Kuhe in- u. austrieb: Gruppe
  • Tierselektion: schlecht
  • Melkzeugpositionierung: mittelmäßig
  • Tier-, Euterkontrolle: mittelmäßig
  • Systemabhängigkeit: mittelmäßig
  • Außenklimastalltauglichkeit: schlecht
  • Notwendigkeit Rufbereitschaft: gut

System 4: Karussell

  • Mögliche Durchsatzleistung: (Melkplätze x 60 min):Umlaufgeschwindigkeit (min.)
  • Erweiterung: schlecht
  • Raumbedarf: mittelmäßig
  • Kosten Standgerüst: schlecht
  • Kosten Melktechnik:schlecht
  • Melkqualität, -komfort: gut
  • Übersicht: schlecht
  • Kuhe in- u. austrieb: einzeln
  • Tierselektion: sehr gut
  • Melkzeugpositionierung: gut
  • Tier-, Euterkontrolle: mittelmäßig
  • Systemabhängigkeit: schlecht
  • Außenklimastalltauglichkeit: schlecht
  • Notwendigkeit Rufbereitschaft: gut

System 5: Melkroboter

  • Ziel mögliche Durchsatzleistung: 180 Melkungen je Tag  
  • Erweiterung: schlecht
  • Raumbedarf: sehr gut
  • Kosten Standgerüst: sehr gut
  • Kosten Melktechnik: schlecht
  • Kuhe in- u. austrieb: einzeln
  • Tierselektion: sehr gut
  • Melkzeugpositionierung: sehr gut
  • Tier-, Euterkontrolle: sehr schlecht
  • Systemabhängigkeit: sehr schlecht
  • Außenklimastalltauglichkeit: gut
  • Notwendigkeit Rufbereitschaft: sehr schlecht

Fünf Melksysteme in Bildern

Der weltweit am meisten nachgefragte Gruppenmelkstand ist weiterhin der Fischgrätenmelkstand. © Anneke Struck
Betriebe mit begrenzt verfügbaren Arbeitskräften oder auch mit dem Wunsch nach mehr Flexibilität setzen auf einen Melkroboter. © Anneke Struck
Wichtig bei den Side-by-Side-Melkständen ist ein ausreichend großes Platzangebot. © Maren Diersing-Espenhorst/agrarheute
Entgegen der landläufigen Meinung hat die Melkstandbauart kaum Auswirkungen auf die Anzahl gemolkener Kühe pro Stunde. © Anneke Struck
Bei der Auswahl der Melktechnik soll der Melker auf eine gute Zugängigkeit zum Euter achten. © Anneke Struck
Beim vollautomatischen Melkkarussell wird zum Beispiel bei dem Herstellern GEA  jeder Melkplatz mit einem kompletten Melkmodul ausgestattet. © Anneke Struck
Außenmelkerkarusselle sollen höhere Melkdurchsätze und einen geringeren Platzbedarf ermöglichen. © Anneke Struck
Für einen problemlosen Melkeinsatz ist die optimale Integration des Roboters in den Milchviehstall nötig. © Anneke Struck
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