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Kommentar

A2-Milch: "Hier könnte man ein paar Cent mehr herausholen"

Milchtankstelle
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Max Riesberg, Wochenblatt
am
29.06.2017

"Haben Sie in der letzten Zeit auch schon mal was von der sogenannten A2-Milch gehört? Hier ist Vordenken erlaubt" - findet Max Riesberg vom Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

Max Riesberg

In einer Zeit, in der der Mensch ohne Ernährungsberater gar nicht mehr existieren kann und die Einschränkung, der Verzicht und der emotionale, oft überzogene Umgang mit dem Speiseplan auf der Tagesordnung steht, ist das althergebrachte Nahrungsmittel Milch ohnehin aus der Mode gekommen. Die früher einmal so viel geliebte Milchschnute ist nicht nur bei den Stars und Sternchen in Verruf geraten, auch Lieschen Müller scheint nichts mehr mit dem weißen Rohstoff anfangen zu können, erst recht nicht in der Küche. Da ist doch eine Imageaufwertung für unsere Milcherzeugung längst überfällig.

A2-Milch: Damit lässt sich Mehrwert generieren

A2-Milch ist Milch, die von ihrer Eiweißstruktur her besonders bekömmlich für die menschliche Verdauung sein soll und sogar Personen, die lange auf dieses hochwertige Lebensmittel verzichten mussten, wieder Zugang zum Milchtrinken verschafft. Eigentlich lobenswert, oder? Wenn jetzt mit der A2-Milch tatsächlich noch ein Mehrwert für das Produkt generiert werden kann, der in den Zeitgeist passt, könnte der eine oder andere vielleicht wirklich ein paar Cent mehr für den Liter oder bessere Erlöse für Zuchtprodukte herausholen. Vordenken erlaubt!

Der Markt gibt die Milch-Trends vor

Blickt man über den großen Teich, dann sieht die Welt in Sachen Milchangebot ohnehin heute schon ganz anders aus. Völlig normale Milch ist dort in den Regalen ohne Zusätze und Nahrungsergänzungsmitteln gar nicht mehr gefragt. Letzten Endes wird auch hier der Markt vorgeben, wo die Reise auch in Deutschland hingeht. Die LEH-Riesen schlafen nicht, sie schielen ständig auf den Weltmarkt. Und die Zuchtorganisationen sind in Habachtstellung, schließlich ist man auch hier auf den Export angewiesen. Bleibt zu hoffen, dass dem Erzeuger langfristig etwas von diesem Geschäft übrig bleibt.

Mehr zum Thema lesen Sie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

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