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Haltung und Mast

Aggressive Klauenseuche in Dänemark ausgebrochen

von , am
03.12.2013

Eine aggressive Variante der Klauenseuche ist in Dänemark festgestellt worden. Das Nachbarland Schweden fürchtet ein Übergreifen der Krankheit.

Um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern, wird zu sorgfältiger Hygiene geraten. © DLG
Die Erkrankung "Dermatitis digitalis" ist bereits aus Ländern wie den Niederlanden oder Großbritannien bekannt. Nun wurden auch Fälle in der dänischen Region Sjælland entdeckt, wie die Tierärztin Pia Nielsen im landwirtschaftlichen Nachrichtenmagazin "Landbrugsavisen.dk" berichtet.
 
Die Aussichten auf Heilung betroffener Rinder seien enorm gering. "Daher müssen wir unsere Landsleute leider darauf vorbereiten, dass uns dies einige Kühe kosten wird," so die düstere Voraussicht Nielsens.

Aggressive Variante

Bei "Dermatitis digitalis" handelt es sich um ein Exzem an den Klauen, das sich normalerweise leicht behandeln lässt. Die aggressive Variante hingegen wächst an der Lederhaut, greift den Kronenrand und somit auch die Hornschicht an.
 
Erfahrungen zeigen, dass jegliche Versuche, die Seuche zu behandeln, missglückt sind. Behandlungen mit Antibiotika oder Salicylverbindungen scheiterten. Rinder, die sich angesteckt haben, müssen in den meisten Fällen geschlachtet werden, wie das schwedische landwirtschaftliche Fachblatt "ATL" berichtet.

Keine Tiere ohne Gesundheitszeugnis kaufen

Schweden befürchtet, dass sich die Krankheit über die Grenze ausbreitet. Laut Christer Bergsten, Experte für Klauenerkrankungen an der Universität Alnarp, sind bisher noch keine Berichte der Seuche in Schweden bekannt. Er warnt jedoch davor, Tiere aus verschiedenen Beständen zu kaufen. Dies könne die Ausbreitung der Krankheit fördern.
 
Bergsten rät schwedischen wie deutschen Landwirten, kritisch bei der Anschaffung neuer Rinder zu sein und keine lebenden Tiere zu kaufen, die nicht über ein Gesundheitszeugnis verfügen. Zudem sollten keinesfalls Tiere aus dem Ausland erworben werden.

Sauberkeit oberste Priorität

Die Ausbreitung der Seuche erfolgt zu 90 Prozent über den Transport und die Versetzung lebender Tiere. Jedoch kann sie auch über Dünger oder Gerätschaften, die nicht desinfiziert sind, übertragen werden. Den Stall und die Anlage sauber zu halten, ist daher oberstes Gebot.
 
Auch wenn die Bakterien in einen Bestand gelangen, kann gute Hygiene den Ausbruch verhindern, so Christer Bergsten zum norwegischen Nachrichtenportal "Nationen.no". Auch Pia Nielsen rät zur sorgfältigen Desinfektion von Hufmessern und anderen Geräten, die nach jedem Tier erneut gründlich gereinigt werden müssen. "Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Hofes, durch Sauberkeit zur Eindämmung von Krankheiten wie diesen beizutragen", so Bergsten.
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