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Milchproduktion

Agrarminister Meyer unterstützt Bonus-Malus-System

von , am
28.03.2013

Verden - Das bisherige Milchquotensystem sei zu starr gewesen, meinte Niedersachsens Agrarminister Meyer vor BDM-Mitgliedern, er favorisiere die Bonus-Malus-Idee zur Mengenregulierung.

© adimas/Fotolia
Auch nach dem Wegfall der Milchquoten muss es eine Mengensteuerung geben, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf einer Veranstaltung des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter (BDM) in Verden. "Wir brauchen eine Mengenregulierung, wie sie es auch beim Zucker gibt", bekräftigte der Grünen-Politiker. Das bisherige Quotensystem sei jedoch zu starr und die Menge zu hoch gewesen.

Meyer will bäuerliche Familienbetriebe erhalten

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte sich, ähnlich wie jüngst der Rat der EU-Agrarminister, für eine konsequente Marktausrichtung ohne regulierende Eingriffe ausgesprochen. Den Kurswechsel in der Landespolitik begründete Minister Meyer mit einem seiner grundlegenden agrarpolitischen Ziele, dem Erhalt möglichst vieler bäuerlicher Familienbetriebe: "Wenn man dem Markt die Regulierung überließe, wären die Folgen weiter sinkende Betriebszahlen bei steigenden Betriebsgröße".

Beim neuen Mengenregulierungssystem sollen die Landwirte mitreden können

Wie ein neues Mengenregulierungssystem konkret ausgestaltet werden solle, könne nach seiner Ansicht nur im Dialog mit den Landwirten geklärt werden. Niedersachsen unterstütze jedoch die Position des Europäischen Parlaments, das ein Bonus-Malus-System zur freiwilligen Mengenreduzierung im Krisenfall zur Stützung fairer Preise durchsetzen möchte. Danach sollten die Milcherzeuger in Niedrigpreisphasen die Anlieferung reduzieren und dafür eine finanzielle Belohnung erhalten. Finanziert würde dieser Bonus aus Strafzahlungen (Malus), die von Erzeugern zu leisten wären, die ungebremst weiter liefern. "Der Milchpreis kann nur steigen, wenn die Menge sinkt", argumentierte Meyer.

Milcherzeugergemeinschaften und Doppelmitgliedschaften

Die Politik könne zwar keine Kosten deckenden Preise vorschreiben, aber die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Daher begrüßte der Minister die Bildung von Milcherzeugergemeinschaften und sprach sich auch für Doppelmitgliedschaften aus. Jedoch gäbe es das Problem der 100-prozentigen Andienungspflicht. Die ließe sich nicht auf Länderebene lösen.

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