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Tierschutz

Allgäuer Tierskandal: Hitzige Diskussion bei Bürgergespräch

Allgäuer Tierskandal: Hitzige Diskussion bei Bürgergespräch
am
22.07.2019
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Am Sonntagabend fand ein Bürgergespräch der „Soko-Tierschutz“ zum mutmaßlichen Tierschutzskandal in Bad Grönenbach statt. Dabei entbrannte eine hitzige Diskussion – mit viel Wut und Tränen.

Rund 500 Besucher kamen zum Bürgergespräch der Tierrechtsorganisation "Soko Tierschutz" zum mutmaßlichen Tierschutzskandal in Bad Grönenbach. Gegen den Milchviehbetrieb im Allgäu mit 1.800 Kühen werden schwere Tierschutzverstöße erhoben, wie agrarheute bereits berichtete.

Zu Beginn des Bürgergesprächs wurde Bildmaterial der "Soko Tierschutz", das aus dem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach stammen soll, gezeigt. Viele der Teilnehmer konnten nicht hinsehen, anderen weinten, berichtete der Bayerische Rundfunk (BR).

Bürgergespräch: Bauernverband und CSU sagen ab

Es war der Auftakt für eine über zwei Stunden dauernde Diskussion. Auf dem Podium stellten sich die Landtagsabgeordneten Dominik Spitzer (FDP), Gisela Sengel (Grüne), Leopold Herz (Freie Wähler) und Michael Edenhofer (ÖDP) den Fragen.

Ergänzt wurde das Podium durch zwei Vertreter der „SOKO Tierschutz“ - darunter auch dessen Vorsitzender Friedrich Mülln. CSU und Bauernverband hatten ihre Teilnahme laut Friedrich Mülln abgesagt.

Wenig Applaus für Vorschlag der Freien Wähler

Leopold Herz von den Freien Wählern und Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Landtag betonte, dass man mit der CSU einen Antrag erarbeitet habe, der vorsehe, dass landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 500 Tieren "verstärkt kontrolliert werden".

Der Beifall bei den Zuschauern dafür hielt sich in Grenzen, berichtete der BR.

Grüne: Bauernverband und Regierung sind mitschuldig

Mehr Applaus erhielt dagegen Gisela Sengel von den Grünen, die die Staatsregierung und den Bauernverband als "Mitschuldige" kritisierte. Deren Agrarpolitik in den letzten Jahren habe zu immer größeren Betrieben geführt, wie der BR berichtete.

Gisela Sengel forderte für die Rinderhaltung eine ähnliche Überwachung wie bei Hühnerbetrieben. Aber auch die Landwirte seien ihrer Meinung nach gefordert: Diese müssten sich laut und deutlich von "schwarzen Schafen" - wie dem Bad Grönenbacher Landwirt – distanzieren, berichtete die Allgäuer Zeitung.

Landwirte wehren sich gegen Generalverdacht

Am Bürgergespräch nahmen auch Landwirte und Landwirtinnen teil. Sie kritisierten die Vorgänge auf dem Bad Grönenbacher Hof, appellierten aber auch dafür „dass nicht alle Milchviehhalter über einen Kamm geschert werden".

Als Friedrich Mülln von der "Soko Tierschutz" 5.000 Euro Belohnung auslobte für Beweise, dass männliche Kälber unter entsetzlichen Bedingungen getötet und entsorgt würden, protestierten viele Anwesende. Dies fordere zu einer „Hetzjagd gegen jeden Landwirt“ auf.

Mit Material von BR, Allgäuer Zeitung
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