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Haltung und Mast

Amerikanische Viehbranche wieder auf Erholungskurs

von , am
29.07.2010

Kansas City - Die US-Viehbranche ist nach einem unprofitablen Jahr 2009 wieder auf Erholungskurs. Dies zeigen die Daten zum US-Viehbestand, die das Agrarministerium USDA mit dem "Cattle-on-Feed Report " veröffentlicht hat.

© Click/fotolia

Demnach ist die Zahl der neu in den US-Feedlots, also Fütterungsplätzen, eingestellten Rinder im Juni gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 1,628 Millionen gestiegen. Analysten hatten im Vorfeld ein Wachstum von 20,3 Prozent erwartet. Im Vergleich zu den 1,656 Millionen Rindern, die im Schnitt der vergangenen fünf Jahre im Juni in die Feedlots neu eingestellt worden waren, ergebe sich jedoch ein Minus von zwei Prozent, merkte Tyler Keeling, Analyst bei Amarillo Brokerage Co., an.

Als größte Überraschung bezeichnete Keeling, dass die Zahl der Rinder, die im Juni an die Schlachtbetriebe veräußert worden waren, unter den Erwartungen gelegen habe. Analysten hatten ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zu den knapp zwei Millionen Tieren des Vorjahres prognostiziert. Das sei aber kein Hinweis darauf, dass die Rinderzüchter Tiere zurückhielten.

Mehr Rinder in Feedlots eingestellt 

Einerseits hätten die US-Verarbeiter für den Juni positive Margen ausgewiesen und Vieh angekauft, um ihre Anlagen effizient zu betreiben. Auf der anderen Seite hätten die Barpreise im Juni über denen der nahen Futures-Notierungen gelegen, was für einen Verkauf bei Erreichen des Schlachtgewichts und gegen weitere Gewichtszunahmen gesprochen habe, um später einen höheren Preis zu erzielen. Solange der Trend der im Vergleich zu den Futures höheren Spotpreise anhalte, solange hielten die Züchter keine Tiere in den Feedlots zurück, um die Bestände weiter wachsen zu lassen, meinte der Analyst. Die Daten zum US-Viehbestand haben nach Ansicht von Marktbeobachtern keine Überraschungen enthalten.

Milchpreise bleiben niedrig 

Die Zahl der Rinder und Kälber in den USA sei weiter leicht gesunken. Dies werde in den kommenden Monaten die Preise an den Spot- und Futures-Märkten stützen, da das Angebot knapp bleibe. Ron Plain, Vieh-Ökonom an der University of Missouri, wies darauf hin, dass die Bestände unter den Erwartungen der Analysten gelegen hätten, die einen Wert von 98,8 Prozent im Vergleich zu den 102 Millionen Tieren des Vorjahres gesehen hatten. Darüber hinaus ließe die steigende Zahl der Milchkühe darauf schließen, dass die Milchpreise in den USA weiter niedrig blieben. (aiz)

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