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Kommentar

Amos Venema: B.M.G. - so seh ick dat!

Amos Venema, Milchviehhalter und Agrarblogger
Amos Venema
am
30.04.2018

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: Die Geschichte der B.M.G.!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, B.M.G. war das Thema der letzten Wochen! Viele Milchviehhalter haben um die Abholung ihrer Milch gebangt und existenzbedrohende Verluste hinnehmen müssen. Trotz aller Dramatik müssen wir die Geschichte der B.M.G. differenzierter betrachten. Viele der ehemaligen Lieferanten haben das genossenschaftliche System bewusst gemieden. Sie waren der festen Überzeugung, dass ihr System mit ihren Vorstellungen das bessere Vermarktungspotenzial für die Landwirte bedeutet. Sie beworben ihr neues System mit klaren und transparenten Verträgen. Ich kann mich noch an die Gespräche mit Berufskollegen erinnern, in denen mir erklärt wurde, dass ich mich noch über die Leistungsfähigkeit der B.M.G.-Händler wundern würde. Diese, so hieß es, würden Toprenditen am Spotmarkt erzielen.

Was ist geblieben?

Die B.M.G. ist insolvent. Unsere neue Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner fordert die Solidarität der Genossenschaften ein. Die B.M.G.-Sympathisanten erwarten staatliche Unterstützung und appellieren an die Verantwortung der Milchbranche. Bei allem Mitgefühl für die harte Situation der Kollegen ist dies für mich, als Genosse, schwer verständlich. Bis vor Kurzem galt ich diesen Kollegen mit meiner bewussten Entscheidung für die Genossenschaft als ein unmoderner und marktfremder Landwirt. Heute werde ich von Ihnen aufgefordert, sie zu unterstützen.

Wert der Genossenschaft wird deutlich

Für mich zeigen diese Geschehnisse den Wert einer Genossenschaft. Und um auch dies klarzustellen: Falls unsere Genossenschaft Verarbeitungsmöglichkeiten hat und die Konditionen für unsere Mitglieder stimmen, habe ich nichts dagegen, wenn wir „B.M.G.-Milch“ in unserem Unternehmen gewinnbringend verarbeiten.

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