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Kommentar

Amos Venema: Dürrehilfen - so seh ick dat

Amos Venema
Amos Venema
am
23.11.2018

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: Dürrehilfen!

Moin liebe Kolleginnen und Kollegen, der Medienhit der letzten Monate war die Dürre. Tenor war dabei: „Und nun wollen die Landwirte Geld!“ Der Bund und die Länder geben 340 Mio. Euro für Schäden aus. Diese liegen aber deutlich über 5 Mrd. Euro.

Alleine diese beiden Zahlen zeigen, wie absurd die Diskussionen um die Dürrehilfen in Wirklichkeit sind: 370 Mio. Euro bedeuten für jeden Erwerbstätigen in Deutschland 8,50 Euro. 10 Cent Benzinpreisschwankungen belasten die Haushalte deutlich mehr als die Dürrebeihilfe für die Bauern.

Dürre unterscheidet nicht zwischen bio und konventionell

Das Dürrethema kommt den Ökopopulisten gerade recht, um ihre Ideologien zum Klima an den Mann zu bringen. Dabei ist unser mobiles und konsumorientiertes Luxusleben für unseren Planeten deutlich gefährlicher als die 10 Prozent Verantwortung der Landwirtschaft. Viele der Nichtregierungsorganisationen hoffen geradezu auf den Fukushima-Effekt – der zur Abschaltung der Atomkraftwerke und einer Energiewende führte – in der Agrarpolitik.

Mich ärgert es mittlerweile sehr, dass immer wieder Notsituationen missbraucht werden, um über neue Auflagen für die „Massentierhaltung“ zu verhandeln. Entgegen den Behauptungen der „grünen“ Klimaexperten macht die Natur mit ihrer Jahrhundertregenflaute sonderbarerweise keinen Unterschied zwischen biologisch oder konventionell, groß oder klein.

Wasser bedeutet Leben – in der Wüste genauso wie in Deutschland. Ich gebe meine 8,50 Euro gerne, wenn sie zum Beispiel die Not eines Betriebs und seiner Tiere lindern hilft. Ich hoffe sehr, dass die Verwaltungsexperten einen gerechten Verteilungsmodus finden und diese Summen nicht für die betroffenen Betriebe weitere Belastungen beinhalten.

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Aktuelles Heft Dezember 2018

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