Login
Kommentar

Amos Venema: politische Bedeutung der Landwirtschaft - so seh ick dat!

Amos Venema
Amos Venema
am
10.07.2018

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: die politische Bedeutung der Landwirtschaft!

Moin liebe Kolleginnen und Kollegen, was hat sich in der Gesellschaft verändert? Die Landwirtschaft hat politisch erheblich an Bedeutung verloren. Sie ist zur Spielwiese der Nichtregierungsorganisationen (NGO) geworden. Der Zuschnitt der Ministerien im Bereich Landwirtschaft geht klar in Richtung der Stärkung des Verbraucher- und Umweltschutzes. Aus Angst vor juristischen und medienwirksamen Inszenierungen der NGOs wird die politische Meinungsbildung oftmals von rein emotionalen Argumenten bestimmt.

Fehlende Glaubwürdigkeit

Die Wissenschaft hat in einem solchen Umfeld an Glaubwürdigkeit sofort verloren, wenn sie die machtorientierten Bilder der NGOs nicht unterstützt. Diese skurrile Situation wird von vielen Journalisten für eine gute Schlagzeile wie „Glyphosat … der Insektentod!“ ausgenützt.

Da die Politik sich diesem Mainstream immer mehr verpflichtet fühlt, bleibt uns Landwirten letztendlich nur der Einfluss über die Justiz. Hier können wir von den NGOs lernen.

Druck auf die Politik

Seit vielen Jahren haben sie über Grundsatzurteile den Druck auf die Politik erhöht. Kleine Organisationen, wie die Umwelthilfe, sorgen mit spektakulären Verfahren zum Dieselfahrverbot für einen Bruch bei der Autoindustrie, unserem mächtigsten Wirtschaftszweig.

Für mich ist eines ganz klar: Wir Landwirte müssen deutlich mutiger werden und auch einfach einmal gegen die Regelflut des Staats klagen! Wir hier im Norden der Republik haben das juristische Neuland für uns schon ziemlich erfolgreich im Bereich Gänse entdeckt, frei nach dem Motto: „Wer nicht klagt, der nicht gewinnt!“

Mehr Themen im agrarheute Magazin

Aktuelles Heft November 2018

Auch interessant