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Kommentar

Amos Venema: Schwarzer Peter bleibt bei den Molkereien -so seh ick dat

Amos Venema
am
14.06.2019

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: Der Druck auf die Molkereien und die fehlende Verpflichtung des Verbrauchers.

Moin liebe Kolleginnen und Kollegen, unsere Landwirtschaftsministerin hat der Milchbranche ein Ultimatum gesetzt. Bis zum Herbst will Julia Klöckner eine Strategie für den Umgang mit Milchkrisen und den Lieferbeziehungen.

Was soll das? Ich glaube, für sie persönlich ist es ein kluger medialer Schachzug. Egal, wie die Antwort sein wird, sie ist immer auf der richtigen Seite. Der schwarze Peter wird grundsätzlich bei den Molkereien bleiben.

Das Geld gehört auf die Höfe

Wir liefern unsere Milch an eine Genossenschaft. Die kann nur so viel ausbezahlen, wie sie verdient hat. Wir müssen immer bedenken, dass die Genossenschaft profitabel bleibt. Ich bin davon überzeugt, dass eine zu weite Prognose der Milchpreise für unsere Genossenschaft bei Verhandlungen mit Discountern von Nachteil ist, denn diese werden dann ihre Preise an unseren Preiserwartungen orientieren.

Julia Klöckner sollte nicht nur die Molkereien unter Druck setzen, sondern auch die Käufer - also die Discounter. Würden diese verpflichtet, ihre Gewinnmargen offenzulegen, könnte man bei den Gesprächen auf Augenhöhe verhandeln, denn letztendlich gehört das Geld auf die Höfe und nicht in die Tresore der Discounter!

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