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Amos Venema: Stoffstrombilanz - so seh ick dat!

Amos Venema, Milchviehhalter und Agrarblogger
Amos Venema
am
28.10.2017

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: Die Stoffstrombilanz!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, vor nicht allzu langer Zeit haben wir noch ordentlich gefeiert, dass die Milchquotenregelung endlich ein Ende hatte. Und nun müssen wir uns langsam, aber sicher auf eine ganz neue Quotenregelung einstellen. Sie trägt den selbsterklärenden Namen Stoffstrombilanz.

Noch immer ist nicht gänzlich klar, wie sie in der landwirtschaftlichen Praxis umzusetzen ist, und keiner weiß so genau, wer die viele zusätzliche Arbeit leisten soll. Wie mit Verfehlungen beziehungsweise Überschreitungen umzugehen ist, ist dagegen bereits sehr sicher.

Vieles erinnert an die Einführung der Milchquotenregelung im Jahr 1984. Damals gab es deutliche Einschnitte bei den Betrieben, Härtefälle und viel Neid und Missgunst unter den Landwirten.

Inhalte sind unklar

Auch bei der Einführung und der Umsetzung der neuen Düngeverordnung sind extrem viele Emotionen im Spiel. Dagegen sind entscheidende Inhalte und Fragen für die Praxis – und damit für uns Landwirte, die sie schließlich umsetzen sollen – noch immer vollkommen unklar.

Gerade bei der Größe dieses Projekts wäre es wirklich nur fair gewesen, wenn eine Übergangsfrist für alle Beteiligten - uns Landwirte, aber auch die Behörden und Berater - eingeführt worden wäre. Das hätte uns allen die Möglichkeit gegeben, die Stärken des neuen Systems kennen zu lernen. Ich frage mich immer häufiger, warum man die Grünfahrer mit Rot bestrafen will, um die Rotfahrer zu erwischen?

Dieser gewaltige Paradigmenwechsel in der Düngerverwaltung, -planung und -anwendung lässt sich meines Erachtens nicht übers Knie brechen.

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