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Kommentar

Amos Venema: Superkühe - so seh ick dat!

Dieser Artikel ist zuerst in der dlz primus Rind erschienen.

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Amos Venema, Milchviehhalter und Agrarblogger
Amos Venema ist Milchviehhalter und als Agrarblogger aktiv. © Wiebke Herrmann
von , am
06.09.2017

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: Die Superkühe!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, in diesem Monat starten die „Superkühe“. Bei diesem „Social-Sensor-Experiment“ wird jeweils eine Kuh 30 Tage auf einem Bio-, Familien- und Großbetrieb mit Sensoren ausgestattet. Der Zuschauer soll in Echtzeit ins Leben der Milchkuh eintauchen: erfahren, wann sie frisst, Milch gibt, ein Kalb zur Welt bringt oder krank wird. Die Daten der Sensoren fließen „in einen Chatbot, über den du mit den drei Kühen plaudern kannst“, heißt es in einer Pressemeldung zu der Aktion. Für mich klingt das Ganze wie ein „kuhles“ Tamagotchi. Erinnert Ihr Euch noch an diese seltsamen Eiern aus den 90er-Jahren? Jetzt chatten Kühe auf dem Facebook-Messenger mit der Außenwelt für gute Einschaltquoten. Ich lebe nun seit 48 Jahren zusammen mit Kühen und habe es bis heute nicht geschafft, mit meinen Kühen zu chatten. Es wäre schon der Wahnsinn, wenn ich morgens in den Stall käme und die Kühe der Reihe nach ihre Bedürfnisse schildern würden. Das würde einiges erleichtern! Meines Erachtens ist das Projekt „Superkühe“ zum Scheitern verurteilt, denn ich gehe davon aus, dass der Verbraucher klüger ist und solch eine Spielerei nicht zur Grundlage für seinen Milchkauf macht. Und eines ist mal sicher: Wir Milchbauern leben für und mit unseren Kühen und wir können der Welt da draußen täglich live klarmachen, wie moderne Milchviehhaltung funktioniert. Dafür brauchen wir keinen Tamagotchi-Ersatz, denn wir haben tatsächlich super Kühe im Stall stehen.

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