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Kommentar

Amos Venema: Ungleichbehandlung der Landwirtschaft - so seh ick dat!

Amos Venema
am
28.02.2019

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: die politische Ungleichbehandlung der Landwirtschaft!

Moin liebe Kolleginnen und Kollegen, die Entscheidung der EU-Verkehrsminister zu den Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer war ein Paukenschlag: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und bessere Pausenbedingungen sind die Kerninhalte. Es ist spannend, wozu die EU in der Lage ist, wenn der Druck der Wähler groß genug ist. 
Schade nur, dass dies bei der Landwirtschaft unmöglich scheint. Unterschiedliche Bestimmungen im Baurecht, Düngerecht und Tierschutz sind in der EU keine Seltenheit. Außerdem mutiert Deutschland bei der Umsetzung der EU-Bestimmungen in nationales Recht immer mehr zum Musterschüler. Diese Ungleichbehandlung bekommen wir immer wieder hart zu spüren, wenn es um die Vermarktung unserer Produkte im EU-Ausland geht: Wir sind oftmals schlichtweg zu teuer. 

Deutschland - der Musterschüler der EU

Aber stimmt das? Ich meine nein, denn gute Produkte aus nachhaltiger Produktion haben ihren Preis verdient. Wir müssen aber eingestehen, dass gerade die Preise in deutschen Märkten deutlich unter dem EU-Schnitt liegen. Der LEH muss seinen Lippenbekenntnissen, wie „Wir fördern die heimische Landwirtschaft“, Taten folgen lassen und sie in Euros umwandeln. Mehr Tierwohl, Natur - und Trinkwasserschutz können wir Landwirte nicht zum Nulltarif liefern!

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