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Kommentar

Amos Venema: Zaunbau, um Vögel zu schützen - so seh ick dat!

Amos Venema
Amos Venema
am
17.09.2018

Landwirt Amos Venema berichtet monatlich über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: Der Schutz von Wiesenvögeln durch Zaunbau!

Moin liebe Kolleginnen und Kollegen, die Natur wird in Deutschland zum Machtpoker eingesetzt! Ein Beispiel: Ich kann mich noch gut an die großen Kiebitzschwärme erinnern, die es in meiner Kindheit gab. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Politik waren sich schnell einig: Die Landwirtschaft ist einer der Schlüsselfaktoren für den Rückgang der Wiesenvögel.

Mit steigendem Aufwand der staatlichen Förderprogramme mussten die Landwirte immer mehr Einschränkungen in der Bewirtschaftung ihrer Flächen hinnehmen. Bei jeder Verschärfung werden wir für die Verschlechterung verantwortlich gemacht. Dies wird auch in der Öffentlichkeit beziehungsweise den Medien als Druckmittel gegen uns eingesetzt. Eine wissenschaftlich-fundierte Ursachenforschung findet dabei leider in den seltensten Fällen statt.

Zaunbau, um den Fuchs fernzuhalten

Dabei ist die fehlende Regulation der Raubtiere eine der Hauptursachen des missglückten Wiesenvogelschutzes. Der Landkreis Leer hat letztes Jahr durch Fotofallen belegt, dass über 70 Prozent der Nester durch den Fuchs geschädigt wurden. Nun werden nichts desto trotz - ganz nach dem Motto „Wir machen weiter wie beschlossen“ - Flächen eingezäunt, um den Fuchs von den Flächen und Nestern fernzuhalten. Ein Kollege hat dieses Vorgehen auf den Punkt gebracht: „Wenn ich vor 20 Jahren jemandem erzählt hätte, dass wir Flächen einzäunen, um sie vor dem Fuchs zu schützen, dann hätte man mich für verrückt erklärt!“

Damit nicht genug: Es werden weiter Flächen vernässt, um einen stocherfähigen und wiesenbrüterfreundlichen Boden zu erzeugen. Schon klar, dass man die Füchse auf den Nachbarflächen nicht reduziert, oder? Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln!

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