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Tierschutzrecht

Anbindehaltung: Verwaltungsgericht weist Klage ab

Kühen in Anbindehaltung muss zeitweise Auslauf gewährt werden
am Dienstag, 08.02.2022 - 09:24 (3 Kommentare)

Die Rinder sollen täglich mindestens zwei Stunden freien Auslauf erhalten. Gegen das Urteil hatte der betroffene Landwirt Klage eingereicht.

Das Verwaltungsgericht Münster hat durch Urteil vom 3. Februar 2022 die Klage eines Landwirts aus dem Kreis Borken abgewiesen, der sich gegen die Anordnung des Kreisveterinäramts vom 6. August 2019 gewehrt hatte, seinen in Anbindehaltung untergebrachten Rindern jährlich zumindest vom 1. Juni bis 30. September für mindestens zwei Stunden täglich freien Auslauf auf einer Weide, einem Paddock, einem Laufhof oder etwas Vergleichbarem zu gewähren. Damit hat das Gericht seinen Beschluss vom 20. Dezember 2019 im Eilverfahren bestätigt. agrarheute berichtete bereits über das Urteil. 

Anbindehaltung nicht verhaltensgerecht

Zur Begründung der genannten Ordnungsverfügung hatte die Behörde im Wesentlichen angeführt, die vom Kläger praktizierte Anbindehaltung seiner Rinder lasse sich mit den Geboten der verhaltensgerechten Unterbringung und der artgemäßen Bewegung nicht vereinbaren. Demgegenüber erklärte der Kläger, dass ein Auslauf für die Rinder nicht erforderlich sei, weil die Tiere einen Außenstall hätten. Das Verbot der Anbindehaltung sei seiner Ansicht nach rechtswidrig. Zudem sei die Anbindehaltung im Tierschutzgesetz nicht untersagt, argumentierte der Landwirt weiter. Auch hätten sich bayerische Bauernverbände gegen ein Verbot der Anbindehaltung ausgesprochen.

Übergangsfrist für bestehende Anbindehaltung

Zurzeit noch bestehende Anbindehaltungen seien nur unter der Bedingung im Rahmen einer Übergangsfrist zu tolerieren, wenn den angebundenen Rindern täglich freie Bewegung für mindestens zwei Stunden ermöglicht werde, urteilte das Gericht. Beispielsweise durch Weidegang oder in einem Laufhof.
Eine Ausnahme bestehe lediglich für die Milchkuh- sowie Mastrinderhaltung bei einer beengten Dorflage und – vorübergehend – bei extremen Witterungsbedingungen in Betracht. Dies treffe jedoch nicht auf den landwirtschaftliche Hof des Klägers zu. Die vom Kläger geäußerten Zweifel an der Berücksichtigung der niedersächsischen Tierschutzleitlinien griffen nicht durch.

Mit Material von Verwaltungsgericht Münster

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