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Stallumbau

Anbindestall in Laufstall umgebaut: Zwei Landwirte berichten

Landwirt Peter Gasteiger aus Hausham in seinem Laufstall
am Montag, 21.10.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Viele Betriebe fragen sich, wie sie mit ihrem Anbindestall weiter verfahren sollen. Zwei Landwirte aus Bayern haben es gewagt und ihren Anbindestall in einen Laufstall umgebaut. Das sind ihre Erfahrungen.

Peter Gasteiger aus Hausham in Bayern steht in der Liegehalle und lockert mit einem Schieber die Einstreu der Hochboxen auf. Für den Milchviehhalter ist das Routine – schon lange. Bereits 2003 hat er sich von seinem Anbindestall verabschiedet. „Wir haben den Laufstall gebaut, um die Arbeit zu erleichtern“, sagt er.

Der Umbau selbst war kein großer Akt. Er bot sich vielmehr an. Der neue Laufstall steht dort, wo früher der Geräteschuppen war. Den Schuppen hat der Milchviehhalter abgerissen und an gleicher Stelle eine Liegehalle mit 22 Kuhplätzen gebaut. Die Laufhalle steht dabei quer zum alten Anbindestall.

Betriebsspiegel: Peter Gasteiger

Anzahl Milchkühe 22
Milchleistung (kg/Kuh/Jahr) 6.500
Nutzungsdauer (Laktationen/Kuh) 4
Baukosten 2003 (€/Kuhplatz) 3.900
Baukosten für Melktechnik 2003 (€) 25.000
Baukosten für Melktechnik 2017 (€) 60.000

Anbindestall: Umbau hat 85.000 Euro gekostet

Neuer Stall von Peter Gasteiger

Den alten Stall nutzt Peter Gasteiger weiter. „Auf der Südseite des Anbindestalls können sich die Tiere auf einem Laufgang mit Spaltenboden bewegen“, sagt der Landwirt. Dort befinden sich der Zugang ins Freie und der Fressbereich. Seit 2016 füttert er halbautomatisch - mit Futtermischwagen und Futterband. Im alten Stall befindet sich seit November 2017 zudem ein Melkroboter. Auch trockenstehende Kühe, kranke Tiere und Kälber sind im alten Stall untergebracht. Insgesamt haben die Liegehalle und der Umbau des Anbindestalls 85.000 Euro gekostet. Hinzugekommen sind noch knapp 90.000 Euro für Melkroboter und Futterband.

Weniger Arbeit im Laufstall?

Ein Vorteil des Umbaus: „Die Arbeit ist durch den Umbau im Jahr 2003 zwar nicht weniger geworden, aber leichter“, sagt Peter Gasteiger. Wir müssen keine Melkzeuge mehr rumschleppen und auch nicht mehr ausmisten. Das hat schon viel gebracht.“

Seit dem Umbau hat der Milchviehhalter seine Kühe aufgestockt – von 18 auf 22 Stück. Den Stall erweitern will er nicht, obwohl es möglich wäre. „Die Liegehalle könnte man leicht vergrößern.“ Doch Peter Gasteiger ist mit seiner jetzigen Stalllösung zufrieden. „Ich fühle mich fit für die Zukunft", sagt der Landwirt.

Betrieb 2: Anbindestall umgekrempelt

Josef Holzner und sein Sohn Martin

Auch bei Familie Holzner aus Bad Endorf wäre aus dem alten Stall allein keine gute Lösung geworden. Zu eng standen die Stützen. Dazu schränkte ein Stichfuttertisch die Optionen ein. Deshalb setzte der Betrieb auf eine Kombination aus alt und neu.

„Indem wir den alten Stall eingeplant haben, konnten wir den Platz sinnvoll nutzen und Kosten sparen“, erklärt Josef Holzner. Doch dafür musste das Altgebäude umgebaut werden. In einem Teil der alten Anbindung leben nun die trockenstehenden Kühe. Im Rest befinden sich ein Fischgräten-melkstand mit Vorwartehof und Abkalbebox.

Betriebsspiegel: Josef Holzner

Anzahl Milchkühe 46
Milchleistung (kg/Kuh/Jahr) 7.700
Nutzungsdauer (Laktationen/Kuh) 3,5
Baukosten (€/Kuhplatz) 8.000
Baukosten für Melktechnik (€/Melkplatz) 5.000

Mehr Milch im Laufstall

2011 hat sich die Familie entschieden, die Kühe laufen zu lassen. Der Neubau steht quer am Ende der Hoffläche. Die offenen Curtains geben den Blick frei auf einen modernen Boxenlaufstall mit Tiefliegeboxen und Spaltenboden. Auf der einen Seite des Futtertischs befinden sich die Kühe, auf der anderen das Jungvieh. 

Rund 8.000 Euro kostete der Kuhplatz. Ein Vorteil im neuen Stall ist die Fütterung. Musste vorher mit einem Silokamm vorgelegt werden, wird das Füttern heute mit einem Futtermisch-wagen erledigt. Das hat sich auf die Milchleistung ausgewirkt. Um rund 500 kg ist sie seit dem Umzug gestiegen. Mehr dazu im Video.

Was Sie noch beim Stallumbau bzw. -neubau beachten sollten, lesen Sie im aktuellen agrarheute-Rinderheft Oktober 2019.

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