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Warnstreik Milchwirtschaft

Angestellte erhalten 90 Euro mehr im Monat

pd/af
am
30.10.2015

Die Warnstreiks der Angestellten in der Milchwirtschaft haben etwas bewirkt. In der gestrigen zweiten Tarifverhandlungsrunde wurde eine einheitliche Erhöhung der Einkommen in 2015 um 90 Euro im Monat beschlossen. Ab 2016 erhöhen sich die Entgelte um 2,4 Prozent.

Nach der Warnstreikwelle in der bayerischen Milchindustrie, zu der die Gewerkschaft NGG nach der ersten Verhandlungsrunde aufgerufen hatte, brachte die zweite Runde nun ein Ergebnis. In 2015 steigen die Einkommen einheitlich um 90 Euro und die Ausbildungsvergütungen um 45 Euro. Dies entspricht in den allermeisten Entgeltgruppen einer prozentualen Erhöhung von über drei Prozent. Wie Walter Linner vom Landesbezirk der NGG Bayern gegenüber agrarheute.com erklärt, werden die 90 Euro je nach Tarifgebiet zu unterschiedlichen Zeiten ausgezahlt. In Bayern gibt es vier unterschiedliche Tarifgebiete und je nachdem wie lange die Tarife im jeweiligen Gebiet laufen werden die 90 Euro zum 1. August, 1. September oder 1. Oktober 2015 ausgezahlt.

Weitere Lohnerhöhungen in 2016

In 2016 sollen die Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,4 Prozent erhöht werden. Hier ist die Auszahlung ebenfalls vom Tarifgebiet abhäng. Sowie ein Tarif in 2016 ausläuft, wird die prozentuale Erhöhung gezahlt. Ab 2017 erhöht sich der Arbeitgeberbeitrag zur tariflichen Altersvorsorge von jetzt 700 Euro, auf dann 800 Euro jährlich. Die Entgeltumwandlung der Beschäftigten wird ebenfalls ab 2017 mit zehn Prozent vom Arbeitgeber bezuschusst. Möglich war das Tarifergebnis nur durch die Warnstreiks in 19 Betrieben mit rund 2.500 Streikenden. Ursrüngliches Ziel war eine einheitliche Lohnerhöhung von 150 Euro für alle Angestellten. Ende September wurde die Forderung in einer ersten Verhandlungsrunde abgelehnt.

Gewerkschaft ist zufrieden mit dem Ergebnis

Freddy Adjan. der Verhandlungsführer NGG, erklärt: "Mit diesem Abschluss haben wir ein Zeichen gesetzt. Es war das Ziel, für die unteren Einkommensgruppen überproportional zu Erhöhen. Die Solidarität unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der Branche war überwältigend". Walter Linner (Landesbezirkssekretär NGG Bayern): "In einem Bereich wie der Altersvorsorge, der für die Zukunft eine entscheidende Rolle spielt, haben wir für die Beschäftigten der bayerischen Milchindustrie einen großen Schritt nach vorne gemacht. Die Entgeltumwandlung zur Altersvorsorge wird damit zusätzlich ein gutes Stück attraktiver." Nach einem langen Verhandlungstag zeigte sich die NGG Tarifkommission hochzufrieden mit dem erzielten Abschluss.

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