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Haltung und Mast

Angriff von Rindern auf Landwirt endet tödlich

© Rebecca Kopf/agrarheute.com
von , am
01.09.2014

Pleiskirchen - Am Sonntag ist ein Landwirt in Oberbayern von seinen Rindern erst attackiert und dabei so schwer verletzt worden, dass er verstarb.

Der Umgang mit Rindern erfordert Verhaltensregeln: Ruhe, Abstand, keine Hektik. © hapo/landpixel
Im oberbayerischen Pleiskirchen ist ein Landwirt allen Anscheins nach von seinen Rindern angegriffen und getötet worden. Angehörigen hätten den 57-Jährigen am Sonntag tot auf einer Weide seines Hofes gefunden. Das teilt das Polizeipräsidium in Rosenheim mit. Ein Verdacht auf eine Straftat liegt nicht vor. Attacken von Kühen auf Menschen haben in den Alpen haben in jüngster Vergangenheit für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft und der Bayerische Bauernverband mahnen zu Achtsamkeit.

Tödliche Verletzungen durch Rinder

Der Landwirt wollte die Herde mit 60 Kühen und einem Bullen, die während der Nacht im Freien waren, am frühen Sonntagmorgen in den Stall treiben. Dabei müssen ihn ein oder mehrere der Tiere angegriffen und dabei so schwer verletzt haben, dass er noch vor Ort verstarb. Die Ehefrau des Landwirtes fand ihren leblosen Mann am Morgen gegen 06.15 Uhr. Sie verständigte den Notarzt. Der konnte dem 57-Jährigen jedoch nicht mehr helfen.
 
Beamte des Traunsteiner Kriminaldauerdienstes übernahmen vor Ort die Untersuchungen. Zusammen mit zwei Ärzten stellten die Ermittler fest, dass die festgestellten Verletzungen bei dem 57-Jährigen wohl nur durch ein oder mehrere der Rinder verursacht worden sein können. Hinweise auf das Vorliegen einer Straftat ergaben sich keine. In Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Traunstein wird festgelegt werden, ob in den kommenden Tagen noch eine Obduktion des Leichnams notwendig sein wird. 

Respekt vor Rindern - Hunde an die Leine

Nach den Berichten über Angriffe von Weiderindern auf Wanderer mahnte der Bayerische Bauernverband (BBV) Spaziergänger und Wanderer um besondere Achtsamkeit.
 
"Wenn Wanderwege durch Viehweiden führen, dann sollte man einige Dinge beachten", sagt Josef Wasensteiner, Referent für Vieh und Fleisch beim Bayerischen Bauernverband (BBV). "Das Wichtigste ist, gebührenden Abstand zu den Tieren einzuhalten - streicheln ist tabu", so der Referent. Außerdem sollte man sich ruhig verhalten. "Hektische Bewegungen und Lärm machten auch die Tiere nervös, erklärt Wasensteiner.
 
Wer mit Hund unterwegs ist, der sollte seinen Vierbeiner an die Leine nehmen, da Kühe den Hund als Bedrohung wahrnehmen würden.

Das Risiko wird unterschätzt

Auf Gefahren in der Bullenhaltung, ein Thema, das in diesem Zusammenhang erneut aufflammt, weist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hin.
 
Das Risiko, von einem Bullen angegriffen zu werden, wird oft unterschätzt, schreibt die SVLFG. Jedes Jahr würden der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft mehrere Unfälle dieser Art gemeldet. Meist hat der Angriff eines Bullen schwere - oft gar tödliche - Verletzungen zur Folge.
 
Um die Gefahren im Umgang mit Bullen einzudämmen, gibt die SVLFG einige Ratschläge:
  • Nach Möglicheit auf künstliche Besamung setzen
  • Weiden oder Ställe mit Bullen nur mit Helfern betreten, dabei eine Treibhilfe mitführen
  • Für den Bullen sollte eine separate Box mit Fixiermöglichkeiten vorhanden sein
  • Fangfressgitter als Einfanghilfe nutzen, Personenschlupf im Gitter lassen
  • Weidearbeiten: Bullen mit einem Fangstand auf der Weide fixieren, zur Not Ackerschlepper als Rettungsinsel nutzen
  • Führen des Zuchtbullen nur mit einer Leitstange und einem Halfter mit Leitstrick
Die SVLFG weist darauf hin, dass Bullen, die zur Zucht eingesetzt werden, spätestens im Alter von zwölf Monaten einen Nasenring aus Stahl eingezogen bekommen müssen. Der Bulle darf nicht am Ring angebunden werden.   

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