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Milchproduktion

Anstieg der Milcherzeugung in Norddeutschland erwartet

von , am
15.05.2010

Vechta - In Norddeutschland kann künftig ein Anstieg der Milcherzeugung erwartet werden, während in der bayerischen und baden-württembergischen Milchproduktion ungünstige Betriebsstrukturen zu Produktionsrückgängen führen dürften.

© ne_fall_photos/Fotolia

Diese Schlussfolgerung haben das Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) und das Niedersächsische Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft (NieKE) aus ihrer gemeinsamen Studie "Strukturwandlungen in der deutschen Milchkuhhaltung zwischen den Jahren 1992 und 2007" gezogen, die jetzt in der "Weißen Reihe" des ISPA veröffentlicht wurde. Wie die Herausgeber vergangene Woche in einem Hinweis auf die 149-seitige Publikation weiter mitteilten, stiegen im Untersuchungszeitraum deutschlandweit annähernd 135.000 von anfangs insgesamt 236.000 Milcherzeugern aus der Produktion aus; gleichzeitig sank die Zahl der Milchkühe um etwa 24 Prozent auf 4,07 Millionen im Jahr 2007.

Regional stark variierende Dynamik   

Dank beständig steigender Jahresmilchleistungen der Tiere blieb die in Deutschland produzierte Milchmenge durchgängig auf dem Niveau von jährlich etwa 28 Millionen Tonnen. Parallel zur Bestandsabstockung zeichnete sich die heimische Milchwirtschaft nach Angaben der Organisationen im Analysezeitraum durch eine regional stark variierende Dynamik des Strukturwandels aus. Gebiete mit bereits hohen Milchviehbeständen im Jahr 1992 hätten über die Zeit an Bedeutung für die Milcherzeugung zugelegt. Bei den "Gewinnerregionen" handele es sich überwiegend um solche mit hohen Grünlandanteilen an den landwirtschaftlichen Nutzflächen. In ackerbaulichen Gunstgebieten seien die Milchkuhbestände dagegen überdurchschnittlich stark verkleinert worden.

Der Norden wächst, der Süden schrumpft

Sehr gute Bestandsstrukturen wiesen dem ISPA und dem NieKE zufolge 2007 die neuen Bundesländer auf. Daneben habe man für die Höfe in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zu diesem Zeitpunkt mehrheitlich Betriebsgrößen verzeichnet, von denen angenommen werden könne, dass sie in Zukunft wirtschaftlich weiterhin Bestand hätten. Im Gegensatz dazu dürfte sich in baden-württembergischen und vor allem in bayerischen Vollerwerbsbetrieben die Notwendigkeit von Bestandsaufstockungen in bisher kleinen und mittleren Betrieben verstärken, wenn sie auch zukünftig aus der Milchproduktion ausreichende Einkommen generieren wollten, unterstrichen die Herausgeber.

Strukturwandel wird sich fortsetzen 

Basierend auf den Analyseergebnissen und unter Berücksichtigung aktueller politischer und wirtschaftlicher Gegebenheiten sei davon auszugehen, dass der Strukturwandel in der Milchviehhaltung weitergehe. Mittel- und langfristig würden sich die effizientesten und leistungsfähigsten Betriebe durchsetzen. Die Erzeuger müssten sich außerdem auf eine zunehmende Volatilität des Milchmarktes einstellen, betonten die Organisationen. Darüber hinaus werde die Produktion vermehrt von den Entwicklungen auf den Getreide-, Futtermittel- und Energiemärkten beeinflusst. (AgE)

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