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Anbindehaltung

Appell: Anbindehaltung von Kühen nicht verbieten

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Josef Koch, agrarheute
am
19.01.2018

Bayern, Baden-Württemberg und die entsprechenden Landesbauernverbände wollen die Anbindehaltung von Kühen weiterentwickeln und wehren sich gegen ein Verbot.

Bayern, Baden-Württemberg und die entsprechenden Landesbauernverbände BBV, LBV und BLHV lehnen ein gesetzliches Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ab. Dazu haben die Länderagrarministerien und der Berufsstand eine entsprechende süddeutsche Erklärung unterzeichnet.

Gleichzeitig wird auch eine einseitige Befristung durch Marktpartner, wie den Lebensmitteleinzelhandel, abgelehnt. Beides würde einen massiven Strukturbruch im ländlichen Raum auslösen, so die Unterzeichner.

Stattdessen plädieren sie dafür, die Betriebe bei ihrer Weiterentwicklung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung mit aller Kraft zu unterstützen, um so die flächendeckende Milchviehhaltung zu erhalten.

Staatliche Unterstützung ist wichtig

Dies erfolgt insbesondere über die verstärkte Umstellung auf Laufställe, aber auch - um Strukturbrüche zu vermeiden - über die Kombination aus Anbindeställen mit Bewegungsmöglichkeiten, beispielsweise Weidegang oder befestigte Auslauffläche (Laufhof). Verbesserungen im Sinne des Tierwohls sind auch Laufbuchten für Trockensteher oder Abkalbebereiche.

Die staatliche Unterstützung spielt hierbei eine entscheidende Rolle, zum Beispiel durch finanzielle Förderung mit dem Ziel des Laufstallneubaus sowie durch gezielte Beratung bei der Weiterentwicklung der bestehenden Anbindeställe. 

Angesichts der aktuellen Situation appellieren die Unterzeichner an alle Milchviehhalter mit ganzjähriger Anbindehaltung, sich aufbauend auf einer Situationsanalyse und betrieblicher Zukunftsplanung mit Weiterentwicklungen weg von der ganzjährigen Anbindehaltung auseinanderzusetzen.

Anbindehaltung ist gesetzeskonform

Die Landwirtschaft in Süddeutschland, insbesondere die Milchviehhaltung, ist geprägt von vielen kleineren und mittleren bäuerlichen Familienbetrieben.  Viele dieser Milchviehbetriebe halten ihre Rinder noch in Anbindehaltung, auch wenn die Zahl dieser Betriebe stetig abnimmt. In Bayern haben aktuell noch über die Hälfte der mehr als 30.000 Milchviehbetriebe Anbindehaltung. In Baden-Württemberg sind es rund 35 Prozent. Die Haltungsform entspricht grundsätzlich den gesetzlichen Anforderungen.

Die gesellschaftliche Bedeutung der kleinen Milchviehbetriebe mit Anbindehaltung für die Landschaftspflege und für die Bewirtschaftung von Grünland sei groß, heißt es in der Erklärung. Denn es seien gerade diese Betriebe, die kleinteilige Grünlandflächen, Hanglagen und andere ökologisch wertvolle Grenzstandorte pflegen und erhalten würden. Damit übernähmen sie unverzichtbare Aufgaben für den Klima- und Bodenschutz sowie für den Erhalt der Artenvielfalt, heißt es im Positionspapier.

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