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Haltung und Mast

Argentinien nimmt Gebote für Hilton-Quote 2010/11 entgegen

von , am
09.06.2010

Buenos Aires - Argentiniens Regierung hat begonnen, für das kommende Wirtschaftsjahr die ersten Gebote von Unternehmen für Rindfleischausfuhren in die EU im Rahmen der Hilton-Quote entgegenzunehmen.

© agrarfoto.com

Diese erlaubt es den Exporteuren, 28.000 Tonnen hochwertiges Rindfleisch pro Jahr zu geringen Zöllen in die Staatengemeinschaft zu liefern. Zu derzeitigen Marktpreisen beträgt der Wert dieser Ausfuhren rund 420 Millionen US-Dollar (348 Millionen Euro). Im laufenden Quotenjahr, das noch bis zum 30. Juni dauert, ist ein signifikanter Teil des Kontingents nicht ausgeschöpft worden, wie Dow Jones News berichtet. Den Angaben der Agrarhandelsbehörde Oncca zufolge haben für 2010/11 insgesamt 77 Unternehmen ihre Gebote abgegeben. Sechs von ihnen haben Sicherheiten für Zuteilungen von 2.000 Tonnen oder mehr hinterlegt.

Exporteure hoffen, dass die neuen Quoten zügig zugewiesen werden 

Das größte Gebot hat demnach die brasilianische JBS Argentinia abgegeben. Die von ihr hinterlegten 1,5 Millionen US-Dollar (1,2 Millionen Euro) würden es erlauben, bis zu 3.000 Tonnen in die EU zu liefern. Ein ähnliches Debakel wie im laufenden Wirtschaftsjahr soll vermieden werden, in welchem die Unternehmen ihre Kontingente voraussichtlich nicht ausschöpfen können, weil es auf Seiten der argentinischen Regierung Verzögerungen bei der Ausgabe der Exportgenehmigungen gegeben hatte.

Laufendes Kontingent wegen nationaler Politik nicht ausgeschöpft 

Knapp vier Wochen vor dem Auslaufen der aktuellen Quote scheint es unwahrscheinlich, dass die Ausfuhren die Marke von 20.000 Tonnen erreichen, sagte ein Vertreter eines führenden argentinischen Rindfleischexporteurs. Somit würden die Lieferungen rund 30 Prozent unter der erlaubten Menge liegen. Die nicht ausgeschöpfte Quote kann nicht ins nächste Jahr übertragen werden und verfällt. Die argentinische Rindfleischkammer Ciccra warnt seit Dezember, dass das Land aufgrund der Verzögerungen das Kontingent nicht erfüllen werde.

"Belohnung" für die Kooperation mit der Regierung

Der Prozess für die Vergabe der Exportgenehmigungen sei undurchsichtig und bevorzuge einige wenige große Unternehmen. Diese erhielten auf diese Weise quasi eine Belohnung dafür, dass sie mit der Regierung kooperierten, um das inländische Angebot zu erhöhen und die Preise niedrig zu halten. Die letzten Zuteilungen im Rahmen der Hilton-Quote stammten von April. Doch die steigenden Inlandspreise für Lebendvieh und vergleichsweise niedrige Preise in Übersee hielten viele Unternehmen davon ab, sich die Mühe zu machen und ihren Quotenanteil weiterzuveräußern. (aiz)

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